Nächste Termine

Keine Termine

Adresse

Electro-Kurier

Kaiser Karl - Gedächtniskapelle

Nach dem ersten Weltkrieg versuchte Kaiser Karl I. zwei Mal die gesetzmäßige Ordnung in Ungarn wiederherzustellen. An jenem Ort, an dem am 20. Oktober 1921 das Flugzeug des Kaiserpaares gelandet war, ließ József Graf Cziráky zehn Jahre darauf eine Kapelle errichten. Auf gemeinsame Initiative und mit österreichischen Spendengeldern wurde dieses Bauwerk nun generalsaniert.

Am Samstag, den 20. Oktober 2001 fand die feierliche Wiedereinweihung der renovierten Kapelle im Rahmen einer Feldmesse statt. Diese wurde im Auftrag des Diözesanbischofs von S. Gnaden Prälat Dr. Elemér Rédly, Stadtpfarrer von Ödenburg, im Beisein zahlreicher Geistlicher in lateinischer Sprache zelebriert. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Marktmusikkapelle Schwarzau im Gebirge, die die "Europa - Messe" von Franz Nagel aufführte. Etwa 350 Gläubige, circa die Hälfte davon aus Österreich, waren der Einladung nach Cirák gefolgt. Eine besondere Auszeichnung war das Kommen Seiner .K.K. Hoheit, Erzherzog Paul Georgs, welcher als Vertreter des Hauses Habsburg an den Feierlichkeiten teilnahm. Eine Grußbotschaft seines Vaters, Dr. Otto von Habsburgs, in dwelcher dieser auf die historische Dimension der Geschehnisse vom 20. Oktober 1921 und auf die Wichtigkeit von gemeinsamen, grenzüberschreitenden Initiativen hinwies, wurden allen Anwesenden übermittelt. Unter den Ehrengästen befanden zahlreiche Mitglieder der Familie Cziráky, darunter die beiden Enkelkinder des Stifters der Kapelle, und Adam Graf Cziráky. Ebenfalls gekommen war S.E. Sándor Graf Mennsdorff - Pouilly, Botschafter des Souveränen Malteser Ritterordens in Ungarn, in seiner Begleitung weitere Angehörige des österreichisch - ungarischen Hochadels.

Besonderes Aufsehen erregten die zahlreichen uniformierten Gäste. Neben den Chargierten e.V. K.Ö.L. Starhemberg und Carolina, waren es die Abordnungen der Kaiserschützen Innsbruck, der Militärkanzlei Wien und der Kameradschaft Feldmarschall Radetzky, welche allen Anwesenden ein besonderes und buntes Bild boten.

In seiner Predigt wies Prälat Dr. Rédly auf die lange Reihe ungarischer Könige hin, welche stets in unerschütterlicher Treue zur Kirche und ihrer Heimat das Wohl der ihnen anvertrauten Menschen suchten. Den Höhepunkt des Gottesdienstes bildete die feierliche Segnung der Kapelle, welche fortan als besonderer Ort des Gebetes für den Frieden unter den Völkern dienen soll. In seinen Gruß- und Dankesworten mahnte der Ortspfarrer von Cirák - Dénesfa die Gläubigen, das Vorbild Kaiser Karls stets vor Augen zu halten und bat um die Gnade Gottes, damit auch wir in unserer Todesstunde einst mit dem Namen Christi auf den Lippen aus dem Leben scheiden mögen. Mit feierlichem Schlußsegen und dem Absingen der Hymnen endete der offizielle Teil dieses denkwürdigen Tages.

Im Anschluß an die Feierlichkeiten bot sich im Rahmen eines kleinen Empfanges, bei Gulyássuppe und Wein, die Gelegenheit, in gemütlicher Atmosphäre diesen Tag ausklingen zu lassen.

Unser Dank gilt all denen, die zur Renovierung der Kapelle von Cirák beigetragen haben, insbesondere aber den edlen Spendern, ohne deren Großzügigkeit dieses Vorhaben niemals in die Tat umgesetzt hätte werden können.

Ihnen allen nochmals ein herzliches Vergelt´s Gott !

 

(Hr. v. Prattengeyer, 16.11.2001)