Electro-Kurier
Seligsprechung

Erzherzog Karl mit Kaiser Franz Joseph und Prinzessin Zita
Rom. Das Verfahren zur Seligsprechung von Karl von Österreich (1887-1922) war bereits seit 1949 im Gange. Am 20. Dezember letzten Jahres setzte Papst Johannes Paul II. seine Unterschrift unter das Dekret über den positiven Ausgang des Wunderprozesses und am 12. April d.J. unterzeichnete er das das Dekret über den heroischen Tugensgrad des Dieners Gottes. Am Sonntag, den 3. Oktober 2004 ist es nun soweit: Kaiser Karl I., als gekrönter ungarischer König Karl IV., wird zur Ehre der Altäre erhoben!
Der vorerst letzte österreichische Monarch, mit dessen Vertreibung aus Österreich eine unsagbar "schreckliche kaiserlose Zeit" angebrochen war, die bis heute andauert, wird am 3. Oktober d.J. vom Heiligen Vater in Rom selig gesprochen werden.
Bei der Hl. Messe anläßlich der Seligsprechung werden mit Karl I. auch die Mystikerin Anna Katherina Emmerich (1774-1824), deren Aufzeichnungen übrigens den Mel Gibson-Film "The Passion" beeinflußt haben, der 1903 verstorbene Trappistenpater Giuseppe M. Cassant, die 1962 verstorbene italienische Ordensfrau Ludovica De Angelis und der 1740 verstorbene Priester und Ordensgründer Pietro Vigne zur Ehre der Altäre erhoben werden.
"vorbildlicher Christ, Ehemann, Familienvater und Herrscher"
Im April 2003 bestätigte die Heiligsprechungskongregation, daß Karl I. ein "vorbildlicher Christ, Ehemann, Familienvater und Herrscher" gewesen sei und tugendhaft gelebt habe. Er habe stets das Gute seines Volkes gesucht und sich an der Soziallehre der katholischen Kirche orientiert.
Auch das Friedensengagement des Kaisers hat eine Rolle gespielt. Praktisch als einziges Staatsoberhaupt der kriegführenden Mächte hatte sich Karl I. die Bewertung des Ersten Weltkriegs durch Papst Benedikt XV. ("unnützes Blutbad") zu eigen gemacht und ist "vom ersten Tag seiner Regierung an" (Otto v. Habsburg gegenüber Radio Vatikan), für ein Ende des Krieges eingetreten. Auch das Verhalten des vom österreichischen Parlament im Jahre 1919 vertriebenen Monarchen in seiner letzten Lebensphase auf Madeira wurde positiv bewertet. Auf Madeira, besonders am Grab des Dieners Gottes in Funchal, wird der jung verstorbene Kaisers sehr verehrt und um seine Fürsprache gebeten.
Am 20. Dezember erkannte der Vatikan offiziell ein Wunder an, das der Anrufung Karls I. zugeschrieben wurde. Otto v. Habsburg beschrieb die wundersame Geschichte so: "Einer Nonne sollte das Bein abgenommen werden. Eine Mitschwester empfahl ihr, zu Kaiser Karl zu beten. Sie verweigerte dies aber mit den Worten 'das will ich nicht, ich hasse die Habsburger'. Daraufhin hat die Schwester ein Bild des Kaisers in den Verband hineingeschmuggelt." Nach einer wieterführenden Version hätte sie, als die Schmerzen nicht aufhören wollten, doch zu Kaiser Karl gebetet. Jedenfalls war am nächsten Tag war das Bein völlig genesen.
Die Katholisch Österreichischen Landsmannschaften haben seit jeher das Wirken Kaiser Karls gewürdigt, unsere Starhemberg veranstaltete gemeinsam mit der Kaiser Karl Gebetsliga viele Veranstaltungen, wie auch einige Starhemberger Mitglied daselbst sind.
Gebetslige-Messe 2004: Chargierte der KÖL Starhemberg
Gebetsliga-Friedenswallfahrt 2003 nach Kufstein:
Chargierte der KÖL Starhemberg
Kaiser Karl ist einer der umstrittendsten Herrscher in der österreichischen Geschichte überhaupt, wobei die Angriffe immer aus einer bestimmten Ecke kamen und kommen. Man darf gespannt sein, was die „österreichische Sozialdemokratie“ nun zu sagen hat, oder ob sie die Besudelungs-Kampagne gegen Kaiser Karl in Ewigkeit (besser: auf Parteidauer) weiterführen will. Im übrigen baut ja auch die Gründungslegende der Republik Österreich auf die "schlechten Habsburger" auf und man schreckte hier auch nicht vor der sonst so verpönten Sippenhaftung zurück. Wahrscheinlich muß die Geschichte nun neu geschrieben werden.
Für mich ist die päpstliche Erhebung des Diener Gottes zu den Altären, der ja eine peinliche Durchleuchtung des gesamten Lebens vorangeht, auch eine Rehabilitierung von den vielen ungerechtfertigten und nur aus politischer Motivation heraus zu verstehenden Anschuldigungen. Wie immer bei diesen Kampagnen wurde dem Beschuldigten selbst keine Gelegenheit gegeben, sich zu verteidigen. Umso mehr muß jenen im stillen Gebet gedankt werden, die immer aufrecht für Kaiser Karl eingestanden sind.
Ein spitzer Journalist frug schon, ob denn nun auch Kaiserin Zita selig gesprochen würde. Meiner Ansicht nach eine durchaus nicht von der Hand zu weisende Frage!
Möge Kaiser Karl uns weiterhin ein Vorbild sein. Besonders in einer Zeit, in der der Völkerfriede in Europa zum Greifen nahe ist, aber eben noch nicht vollendet, dürfen wir auf seine Fürsprache hoffen.
Am 3. Oktober 2004 wird der feierliche Akt der Seligsprechung unseres Dieners Gottes aus dem Hause Österreich am Ptersplatz in Rom in der Zeit zwischen 8-12 Uhr stattfnden.
Um an den Feierlichkeiten anläßlich der Seligsprechung von Kaiser Karl von Österreich teilnehmen zu können, müssen kostenfreie Eintrittskarten per Fax bei der „Präfektur des Heiligen Stuhls“, Vatikanstadt, vorbestellt werden. Dort können sie dann an den Tagen vor der Seligsprechung abgeholt werden.
Fax der „Präfektur des Heiligen Stuhls“, Vatikanstadt:
0039/06 6988 5863
Die Gebetsliga hat eine neue Homepage mit vielen interessanten Informationen, einer Biographie sowie Bildern und Videos von Kaiser Karl!
http://www.cisinformatica.it/karl
Bild oben: Kaiser Franz Joseph und Erzherzog Karl mit Gemahlin Prinzessin Zita von Bourbon-Parma im Jahre 1916.
(Arthur, 27.4. und 5.6.2004)



