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Restaurationsversuche

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Rückkehrversuche Kaiser und König Karls I. (IV.) nach Ungarn

Artikel von Peter Broucek, Kaiser-Karl-Gebetsliga

Heuer [Anm.: Im Jahre 2001] sind es achtzig Jahre, daß der letzte Inhaber des Thrones der Habsburger zweimal den Versuch unternahm, im Königreich Ungarn die Regentschaft zurückzugewinnen, die er 1918 durch den Verzicht auf die Ausübung der Regierungsgeschäfte abgebrochen hatte - wie er meinte nur zeitweilig.

Der Erste Weltkrieg war 1918 durch Annahme der Bitten um Waffenstillstand des Königreichs Bulgarien (am 30. September), des Osmanischen Reiches (am 30. Oktober), der Domaumonarchie (am 3. November) und des Deutschen Reiches (am 11. November) formell zu Ende gegangen. Die Bolschewiken hatten mit den Mittelmächten bereits im Dezember 1917 den Waffenstillstand vereinbart. Die Ukraine, Sowjetrußland und dann auch Rumänien hatten im Februar beziehungsweise Mai 1918 Frieden geschlossen.

Die Friedensschlüsse und Waffenstillstände hatten aber sowohl in Europa als auch in Kleinasien die Kampfhandlungen nicht beendet. Einmal deshalb, da in den besiegten Staaten, bedingt durch die vergangenen Kriegsjahre, Hunger, Krankheit und Verelendung der Massen ausgebrochen waren. Es war aus diesem Anlaß zu blutigen Unruhen, Umstürzen und Revolutionen auf dem Boden der drei Kaiserreiche gekommen, die dabei zugrunde gingen. Es entstanden auf dem Boden aller dieser Reiche vor und nach ihrer Auflösung blutige Bürgerkriege oder sogenannte "Nachkriegskämpfe". Sie gingen in Rußland erst 1922 zu Ende. Sie flammten in den Besatzungszonen, die in den besiegten Staaten der Mittelmächte eingerichtet worden waren, auf. Sie brachten aber auch in den neu entstandenenen Staaten Ostmitteleuropas (Tschechoslowakei, Polen, Jugoslawien) und Osteuropa (Finnland, Estland, Lettland, Litauen sowie zeitweise auch Ukraine und Weißrußland) bis 1920 immer wieder aus.

Auf die Auflösung des Osmanischen Reiches soll hier nicht eingegangen werden. Aber es war als einziger "Nachfolgestaat" nur die Türkische Republik, die, durch den Freidensvertrag von Severes (10. August 1920) auf Konstantinopel, dessen europäisches Hinterland und Anatolien beschränkt, sich gegen das Friedensdiktat der Siegermacht Griechenland in einem unerhört blutigen und grausamen Krieg bis 1922 erfolgreich wehrte. Der Erfolg des türkischen Führers und Staatspräsidenten Mustafa Kemal Pascha ("Atatürk") ließ die anderen Besiegten und Zerteilten aufhorchen. Der griechisch-türkische Konflikt schwelt allerdings - siehe Zypern - bis heute.

Auch Bulgarien hatte insbesonders an Griechenland, aber auch an Rumänien und Jugoslawien Gebiete im Frieden von Neuilly (27. November 1919) abgeben müssen. Die Frage eines Staates Mazedonien ist vielleicht seit den Ereignissen von 1989/1992 doch geklärt. Das Problem des Zusammenschlusses des Siedlungsgebietes der Albaner zu einem Staat, das mit jenem Friedensschluß indirekt zusammenhing, harrt bis heute einer unblutigen Lösung. Ähnliches gilt für Bessarabien, das sich das Königreich Rumänien einverleibt hatte, das es aber 1940 wieder verlor und auch nach 1989 nicht wieder zurückerhielt.

Das Deutsche Reich hatte nicht nur den Verlust der Kolonien, der Flotte und Elsaß-Lothringen im Vertrag von Versailles zu Kenntnis zu nehmen, sondern auch viele Bestimmungen, die ein wirtschaftliches und militärisches Erstarken verhindern sollten. Es mußte auch seine Truppen aus dem Baltikum zurückziehen, das Rheinland entmilitarisieren und fast ganz Westpreußen sowie Posen und das Memelgebiet abtreten; nach Volksabstimmung auch Nordschleswig, Eupen-Malmedy und Oberschlesien. Für uns Österreicher war das Wichtigste aber das Verbot eines Anschlusses der am 12. November proklamierten Republik Deutschösterreich, deren parlamentarisches Gremium, der Nationalrat, sich als Teil einer Deutschen Republik deklariert hatte.

Frankreich war zur militärischen und politischen Vormacht in Europa geworden, es stützte sich gegen das republikanische Deutsche Reich vor allem auf Polen unter Marschall Janusz Pilsudski und auf den neuen Nationalitätenstaat, die tschechoslowakische Republik, deren Staatsgründer und erster Staatspräsident seit 28. Oktober 1918 Thomas G. Masaryk war.

Von den kriegsführenden großen Monarchien Europas hatte nur die britische Krone keine Krise erlebt, sieht man von den Unruhen in Irland ab. Von den besiegten Monarchen war Mohammed VI. 1922 durch die Nationalversammlung abgesetzt, der freiwillig abgedankte russische Zar Nikolaus II. von den Bolschewiken am 17. Juli 1918 samt seiner Familie in Jekaterinburg ermordet worden.

Auch Zar Ferdinand I. von Bulgarien hatte zugunsten seines Sohnes Boris abgedankt, die bulgarische Monarchie blieb erhalten.

Der Deutsche Kaiser und preußische König Wilhelm II. war am 11. November 1918 auf Anraten der Deutschen Obersten Heeresleitung vor der Revolution in Berlin in die Niederlande geflüchtet.

Nur Kaiser und König Karl hielt an seiner Pflicht und seiner übernationalen Aufgabe fest und war nur bereit, angesichts der Gefahr eines links- oder rechtsradikalen Umsturzes beziehungsweise Putschversuches am 11. November 1918 in Österreich "auf jeden Anteil an den Staatsgeschäften" zu verzichten und keine neue Regierung mehr zu ernennen. Das Gleiche tat der Herrscher am 13. November gegenüber Ungarn. Die Parlamentsabgeordneten der österreichischen Erbländer (wie sich Clemenceau ausdrückte: Was von "Österreich" übrigblieb) riefen unter dem Vorsitz des am 30. Oktober bereits konstituierten Vollzugsausschusses jener Versammlung die Republik aus, den Bundesstaat der Deutschen Österreichs. Am 16. November tat dies auch der letzte königliche MInisterpräsident Mihaly Graf Károly für Ungarn, der dem König abtrünnig geworden war - angeblich mit Zustimmung des Vertreters des Königs in Ungarn (homo regius) Feldmarschall Erzherzog Josef August.

Die Österreichische Regierung unter Dr. Karl Renner ließ, bevor sie sich zu den Friedens- und Staatsvertragsverhandlungen nach St. Germain begab, Wahlen zu einer konstituierenden Nationalversammlung abhalten. Diese erbrachten jedoch nicht, wie vom Kaiser und seinen Anhängern erhofft, eine christlichsoziale sondern eine große sozialistische Mehrheit. Prälat Ignaz Seipel, ein führender Abgeordneter der Christlichsozialen, riet daher, bevor eine Abdankung des Kaisers erzwungen werden könnte, zu dessen Ausreise ins Exil in die Schweiz, die dann auch unter britischem Schutz am 24. März 1919 stattfand. Bald darauf erfolgte auf Beschluß der Nationalversammlung die Landesverweisung und Enteignung der Mitglieder des Hauses Österreich, soweit sie nicht ihre Nichtmitgliedschaft erklärten. Zugleich beschloß man die Abschaffung des Adels (3. April 1919).

Am 17. Oktober nahm die Nationalversammlung der Republik Österreich den Staatsvertrag von St. Germain (der unter anderem die auch heute noch gültigen Landesgrenzen und das Anschlußverbot festhielt) an.

Ab 1920 bildeten sich in Österreich legitimistische Vereinigungen, doch sie hatten - vor allem angesichts der nach wie vor herrschenden Not - bei den Nationalratswahlen vom 17. Oktober 1920 keine Chance. Vielmehr bestand in diesen Jahren zweimal die reelle Gefahr von kommunistischen Putschversuchen als auch die ebenso große Gefahr, bayrische Einwohnerwehren könnten einen "Marsch auf Wien" unter Beihilfe von ungarischen Rechtsradikalen und österreichischen Bürgerwehren vornehmen. Dies hätte dann zur Ausrufung eines süddeutschen Staates geführt. Für dessen Spitze wurde zeitweise Kronprinz Rupprecht von Bayern vorgesehen.

Die Prager Nationalversammlung bestätigte am 14. November 1918 die Dethronisation Kaiser Karls. Dieser Staat setzte sich mit Polen über die Grenzziehung in Österreichisch-Schlesien militärisch auseinander. Er gewährte seinen deutschsprachigen Bürgern keine Autonomie und seinen slowakischen die Gleichberechtigung nur auf dem Papier.

Angehörige der slowenischen und kroatischen Nationalräte wieder hatten am 1. Dezember 1918 in Belgrad die Proklamierung einer zentralistischen Monarchie der Dynastie Karadjordjevic zur Kenntnis zu nehmen, des SHS-Staates. Er eignete sich auch ungarische sowie österreichische Gebiete an und stand mit Rumänien und Italien wegen des Banats beziehungsweise wegen Dalmatien, Istrien und Fiume (Rijeka) in Konflikt.

In Ungarn war angesichts des Umstandes, daß sich süd- und nordslawische sowie rumänische Truppen über die beim Waffenstillstand gezogenen Demarkationslinien hinaus Gebiete durch militärische Besetzung aneigneten, einer Räteregierung am 22. März 1919 die Macht übergeben worden. Sie führte im Lande ein Terrorregime nach bolschewistischem Muster ein, an dessen Spitze außenpolitisch Béla Kun, innenpoilitisch Tibor Szamuely standen. Militärisch stieß die ungarische Rote Armee höchst erfolgreich nach Oberungarn vor, mußte aber schließlich einer rumänischen gegnoffensive an der Theiß und einer unter französischem Protektorat in Szegedin gebildeten ungarischen Nationalarmee weichen. Die Exponenten der Räteregierung flüchteten nach Österreich. In Ungarn kam zunächst eine sogenannte "Gewerkschaftsregierung", dann am 6. August eine gegenrevolutionäre Regierung mit Erzherzog Joseph als Regenten ans Ruder. Dieser wurde von den bald eintreffenden Hochkommissären der vier alliierten Großmächte zum Rückzug von der Macht gezwungen.

Das Vertrauen der Alliierten, eine stabile gegenrevolutionäre Ordnung wiederherzustellen, gewannen schließlich zwei Männer, nämlich der von Wien und der Steiermark nach Westungarn vorstoßende Oberst Antal Freiherr von Lehár und der Kommandant der Streitkräfte der Szegediner Nationalarmee, der ehemalige k.u.k. Vizeadmiral Miklós von Horthy. Horthy rückte mit alliierter Genehmigung am 16. November 1919 in Budapest ein. Er wurde vom Parlament zum Reichsverweser am 1. März 1920 gewählt. Er hatte in der zweiten Jahreshälfte 1919/ersten Jahreshälfte 1920 seinen Offiziersdetachements die Zügel schießen lassen, was nach dem Roten Terror zum sogenannten Weißen Terror in Ungarn führte. Das Land war erschöpft und mußte nun auch die Bestimmungen des Freidens von Trianon vom 4. Juli 1920 zur Kenntnis nehmen. Ein sogenanntes Rumpf-Ungarn war von 325.411 km2 (mit Kroatien-Slawonien) auf 98.000km2 geschrupft.

Angesichts der Siegermächte rundum sah es nur gegen das ebenfalls besiegte Östtereich, das sich um die Angliederung Deutsch-Westungarns mit den Hauptorten Eisenstadt (Kismarton) und Ödenburg (Sopron) bemühte, die Chance einer Hinauszögerung der Friedensbestimmungen und einer Revision. Diese Gelegenheit wollte die ungarische Regierung unter Pál Graf Teleki mit vollem Einverständnis Horthys nützen: zuerst durch Verhandlungen, dann durch Gewährenlassen von nationalistischen Freischärlern, die gegen österreichische Gendarmerie das Feuer eröffneten, und schließlich auch das Österreichische Bundesheer bekämpften. Dann kam es zu einer Einmischung Italiens, das sowohl in Wien als auch in Budapest Satelliten suchte und diesen zunächst bei Verhandlungen in Venedig einen Kompromiß aufzwang: Das bereits so genannte "Burgenland" sollte an Österreich übergeben werden, aber der eine Hauptort Sopron sollte bei Ungarn bleiben. Diese Vereinbarung sollte durc eine Quasi-Volksabstimmung in Sopron/Ödenburg sowie in seinen Randgemeinden unter italienischer Aufsicht veschleiert werden.

Bevor diese Volksabstimmung vom 14. bis 16. Dezember 1921 stattfand, hatte Kaiser und König Karl durch zweimalige Rückkehrversuche in das Geschehen eingegriffen.

Er hatte bald nach seiner Ausreise zwei Memoranden aus den Schlössern Wartegg und Prangins an Papst Benedikt XV. mit monarchischen Donaukonföderationsplänen gerichtet. Ähnliche Pläne, vor allem einer Wirtschaftsunion, waren vom ehemaligen Chef der Kabinettskanzlei des Kaisers, Arthur Graf Polzer-Hoditz, an die Friedenskonferenz ergangen. Im ersten Memorandeum betonte Kaiser und König Karl auch, daß eine solche Konföderation politisch neutral sein sollte. Damit nahm Kaiser Karl neuerlich Vorschläge auf, die damals von dem Juristen Joseph Schumpeter propagiert wurden. Sobald er etwas Zeit und Muße hatte, erwies sich so der nicht an den Regierungen beteiligte Herrscher als Staatsdenker und Intellektueller.

Karl von Österreich lehnte bei Verhandlungen mit Regierungsvertretern aller Nachfolgestaaten nicht nur finanzielle Entschädigungen ab, da von ihm dafür eine Abdankungserklärung verlangt wurde. Am 8. November 1920 schließlich schrieb der Herrscher im Exil in einem Brief an Horthy, daß er mit diesem Dokument die Pragmatische Sanktion als aufgehoben betrachte und als König von Ungarn allein herrschen wolle. (Dies hieß, er wolle später nur durch Personalunion, nicht Realunion, eine Verbindung zu Österreich oder einem anderen Staat, etwa Tschechien oder der Slowakei, Kroatien und Slowenien herstellen.)

Wie auch Lammasch hatte sich Karl für die Unabhängigkeit und Souveränität Österreichs bereits mehrmals eingesetzt, der Kaiser und König auch gegenüber der französischen Regierung. Diese Institution, der seit dem Frühjahr 1921 der sozialistische Politiker Aristide Briand vorstand, schloß zu jenem Zeitpunkt auch ein schriftliches Abkommen mit dem Vertreter des Königreichs Ungarn. In diesem erklärte sie sich bereit, die Rückkehr des legitimen Herrschers durch diplomatische und wirtschaftliche Aktionen zu unterstützen, aber nur dann, wenn dieser imstande sei, aus eingener Kraft die Macht zu übernehmen. Die Motive Frankreichs waren sowohl die bolschewistische Drohung für Polen und Rumänien, die 1920 wieder akut geworden war (Wunder an der Weichsel, August 1920), als auch die Rivalität gegenüber Italien im Donauraum. Für Karl I. (IV.) waren die Pflichten und Aufgaben eines übernationalen christlichen Herrschers sowie der dynastische Gedanke die Hauptmotive.

Auf Drängen der politischen und militärischen Anhänger des Herrschers sowie mit dem Segen des Papstes, den dieser durch einen persönlichen Beauftragten gewährt hatte, fand der Versuch der Rückkehr nach Ungarn durch den König und Kaiser vom 26. März bis 4. April 1921 statt. Es kam zu einer Unterredung Karls mit Horthy, doch dieser weigerte sich, die Macht zu übergeben und hielt den Herrscher in Szombathely (Steinamanger) mit List hin, bis dieser mit britischer Eskorte wieder durch Österreich in die Schweiz abreiste. Frankreich hielt seine versteckte Zusage in beiderlei Hinsicht aufrecht und der Kaiser unternahm den zweiten Versuch von Sopron (Ödenburg) aus ab dem 31. Oktober 1921. Diesmal mit dem zur baldigsten Auflösung vorgesehenen Gendarmeriebataillon Osztenburg unter dem Kommando des inzwischen pensionierten Befreiers von Westungarn Anton (Antál) Freiherr von Lehár, Ritter des Militär-Maria Theresien-Ordens und Besitzer der Goldenen Tapferkeitsmedaille für Offiziere. Der Kaiser und König war diesmal mit dem Flugzeug aus der Schweiz gekommen und seine schwangere Gattin begleitete ihn.

 
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Bild: Das Flugzeug der Fluggesellschaft "Ad Astra", mit dem Kaiser und König Karl den zweiten Restaurationsversuch unternommen hatte

Er gelangte mit seinen Truppen per Eisenbahn bis vor Budapest, wollte aber seine Soldaten aufgrund seiner friedlichen Gesinnung nicht in einem längeren Gefecht einsetzen. Er wurde mit der Kaiserin schließlich von britischen Kriegsschiffen von Budapest nach Madeira gebracht und starb dort, durch alle diese Enttäuschung und Strapazen wesentlich geschwächt, am 1. April 1922 an Lungenentzündung.

Der berühmte Völkerrechtler Universitätsprofessor Dr. Stephan Vorusta urteilte abschließend: "Kein Mitglied der anderen 1918 abgetretenen Herrscherhäuser hat einen Restaurationsversuch gewagt außer Kaiser Karl. ... Es war ein nicht unwürdiger Abgang einer der bedeutendsten Dynastien Europas."

Der österreichische Bundeskanzler Dr. Johann Schober, vor und nach seinem Kabinettsvorsitz Polizeipräsident von Wien , hatte als ein Anhänger des Kaisers durch passives Verhalten dessen Unternehmen nicht behindert. Die Staaten Tschechoslowakei und Jugoslawien hatten beim ersten Rückkehrversuch protestiert und beim zweiten Versuch tatsächlich militärische Aktionen vorbereitet. Es kam nicht dazu.

Der militärische Gegenspieler Oberst Lehárs in Budapest, Gyula Gömbös, ab 1929 Honvéd-Minister, ab 1932 Ministerpräsident, war prominenter Vertreter der der "Idee von Szeged", nämlich der Verneinung des bolschewistischen Internationalismus auf der Grundlage des rechtsradikalen antisemitischen Nationalismus. Er war also ein Gegenstück zu Erich Ludendorff. Aber angesichts der weitgehend desinteressierten Haltung des Volkes, das die Not des Krieges noch nicht überwunden hatte, war die Haltung der Politiker entscheidend. Ministerpräsident Ungarns beim zweiten Rückkehrversuch war István Graf Bethlen. Ihm war die kontinuierliche wirtschaftliche und politische Konsolidierung Ungarns wichtig und er glaubte diese auch dadurch fördern zu müssen, daß er die damalige Rückkehr als unzeitgemäß ablehnte und das Gesetz über die Dethronisierung des Königs durchsetzte. Ähnlich ablehnend bezüglich des Zeitpunkts der Rückkehr hatte sich in Österreich der Obmann der Christlichsozialen Partei, Prälat Dr. Iganz Seipel, gezeigt, der im Mai 1922 den Regierungsvorsitz übernahm und die Schillingsanierung vor sich hatte.

Ebenso eine Restauration hinausschiebend verhielt sich im Februar 1938 der Monarchist Kurt v. Schuschnigg, als ihm Dr. Otto v. Habsburg am 17. Februar 1938 die Übernahme der Regierung anbot und damit bewußt sein Leben riskierte. Schuschnigg nahm dieses Opfer nicht an. Der Regierungschef Jugoslawiens Milan Stojadinovic und der tschechische Staatspräsident Edvard Benes traten beide für die Devise "Lieber Hitler als Habsburg" ein und führten damit nicht nur ihre Völker, vor allem aber ihre deutschsprachigen Mitbürger ebenso in ein lange anhaltendes Verderben wie Miklós Horthy mit seinem Revisionismus die Magyaren.

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*) Er kam in sein Eigentum und die Seinen haben ihn nicht aufgenommen.

(Bild: Die Junkers F13 der schweizerischen Fluggesellschaft "Ad Astra", mit der S.M. Kaiser und König Karl gemeinsam mit I.M. Kaiserin und Königin Zita den zweiten und letzten Restaurat ionsversuch unternommen hatte)

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