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Historie des Bundes

 

Kapitel 1: Politische Voraussetzungen

Den meisten Völkern der habsburgischen Doppelmonarchie war bis knapp vor dem Jahr 1918 der Gedanke einer Loslösung vom Reich fremd. Man kämpfte nicht gegen den Staat, sondern um die Macht im Staat. Die Anhänger radikaler Gruppen - und die österreichischen Deutschnationalen und Alldeutschen zählten dazu - , die eine Auflösung Österreich-Ungarns herbeizuführen wünschten, waren immer verhältnismäßig gering an Zahl. Sie hatten ihren stärksten Anhang unter den Intellektuellen.
Die geschichtliche Entwicklung hatte es mit sich gebracht, daß die österreichische Bürokratie und die österreichische Wirtschaft zur übewiegenden Mehrheit in den Händen von deutschsprachigen Österreichern der Alpen- und Sudetenländer lag. Bisher hatten die Angehörigen der anderen Nationen es für selbstverständlich gehalten, sich zu diesem deutschsprachigen Österreichertum zu bekennen. Für den Österreicher von damals bedeutete die Kenntnis und der Gebrauch der deutschen Sprache nicht die Zugehörigkeit zu einer "deutschen Nation", sondern die Zugehörigkeit zur Herrschenden Oberschicht. Das österreichische Staatsgrundgesetz proklamierte die gesetzliche Gleichberechtigung aller Volksstämme und gewährte dem einzelnen Staatsbürger das Recht auf seine Sprache.

 

Mit der Wiederherstellung einer parlamentarischen Regierungsform begann das parteipolitische Leben auch unter en deutschsprachigen Bürgern der Monarchie.
Die älteste Gruppierung war die der Deutschliberalen, die die großbürgerlichen, kapitalistischen Interessen vertrat. Geringes Interesse an der sozialen Frage, wenig Verständnis für den österreichisch-ungarischen Völkerstaat sowie eine Fülle von Korruptions- und Bestechungsaffären hielten ihren weiteren Einfluß gering.
Die liberalen und konservativen Klassenparteien wurden mit dem Ende des 19. Jahrhunderts immer mehr von den modernen Massenparteien abgelöst.
Die Sozialdemokratie war als internationale Partei der Arbeiterklasse eigentlich berufen, sich zugunsten des Vielvölkerreiches auszusprechen. 1899 wurde ein Programm beschlossen, das sich auf dem Boden der Erhaltung des Reiches und seiner Aufgliederung in territoriale Einheiten auf sprachlicher Grundlage aussprach.
Im Konkurrenzkampf um die Wählermassen stand die Christlichsoziale Partei, die das Kleinbürgertum, die niedere katholische Geistlichkeit und später auch das Bauerntum vertrat. Die Christlichsozialen genossen von allem Anfang an die Unterstützung eines Teiles des österreichischen Hochadels, der in ihnen willkommene Bundesgenossen gegen die liberale Geldaristokratie zu finden hoffte.

Am 21. November 1916 starb nach beinahe siebzigjähriger Regierung Kaiser und König Franz Joseph I. Während seiner Regierungszeit hatte er sich stets bemüht, das nach seiner Überzeugung Richtige zu tun. Er hatte als absoluter Herrscher begonnen, sich aber später streng an die verfassungsmäßigen Rechte eines konstitutionellen Monarchen gehalten. Sein Nachfolger und Großneffe, Erzherzog Karl Franz Joseph, der als Kaiser den Namen Karl I. annahm, war schon von Beginn seiner Regierung an bestrebt, den Frieden wiederherzustellen. Kaiser Franz Joseph hatte noch in en letzten Monaten seines Lebens den Wunsch geäußert, so bald wie möglich Frieden zu schließen, Karl I. übernahm diesen Wunsch schon aus eigener Überzeugung. Da weder das Friedensangebot der Mittelmächte (Oktober 1916) infolge seiner vagen Formulierungen noch die Bemühungen des Papstes Benedikt XV. (Jahreswende 1916/17) Erfolg gezeigt hatten, ging der österreichische Kaiser zur eigenen Initiative über. Durch Vermittlung seines Schwagers, des Prinzen Sixtus von Parma-Bourbon nahm Karl I. Verbindung zu französischen Regierungskreisen auf. Die Veröffentlichung des Sixtus-Briefes, in dem Kaiser Karl I. erklärte, die "gerechten Ansprüche Frankreichs" bei seinem deutschen Bundesgenossen unterstützen zu wollen, rief eine Flut von Verleumdung und Verdrehung in allen deutschnationalen Kreisen und in der deutschen Presse hervor.
Die alliierten Mächte waren lange Zeit bereit, die Habsburgermonarchie zu erhalten und mit ihr einen Sonderfrieden zu schließen. Diese Bemühungen stockten als die Vereinigten Staaten von Amerika, England und Frankreich festgestellt hatten, Österreich-Ungarn sei bereits so weit von Deutschland abhängig, daß es nicht mehr als souveräner Staat zu betrachten wäre.

Am 11. November 1918 verzichtete Kaiser Karl I. auf seinen Anteil an den Regierungsgeschäften und erklärte sich im voraus mit der Entscheidung einverstanden, die das österreichische Volk über seine künftige Staatsform treffen werde. Am 12. November rief der deutsch-österreichische Nationalrat in Wien die Republik aus und verkündete zugleich den Anschluß Deutschösterreichs an die Deutsche Republik. Allerdings wurde mit dem Inkrafttreten des Staatsvertrages von St. Germain, 16. Juli 1920, auch die Anschlußerklärung des deutschösterreichischen Nationalrates vom 12. November 1918 hinfällig - vorher war schon am 21. November 1919 der Name Deutschösterreich in "Republik Österreich" umgewandelt worden. Allerdings bedeutete dies keineswegs die Einstellung sämtlicher Propaganda für einen Anschluß an das Deutsche Reich und lokale Anschlußabstimmungen endeten überall mit einer großen Mehrheit für diesen. Die Sozialdemokraten bekannten sich bis zum Jahre 1933 in ihrem "Linzer Programm" zu dem 'mit friedlichen Mitteln erstrebten Anschluß an die Deutsche Republik'. Die beiden deutschnationalen Parteien, die Großdeutsche Volkspartei und der Landbund, hatten ähnliche, eindeutig formulierte Sätze in ihren Programmen, nur die Christlichsoziale Partei drückte sich in einem Beschluß vom 29. November 1926 etwas vorsichtiger aus.

Der österreichische Patriotismus wurde vor 1918 bewußt auf die Dynastie verlagert, man bekannte sich zum "Kaiser" - daher konnte vorerst für eine unpersönliche Republik kein Verständnis aufgebracht werden. In der Folge konzentrierte sich das Staatsgefühl in einem Länderpatriotismus, der umso ausgeprägter hervortrat, je mehr vom Anschluß an Deutschland gesprochen wurde. Einzig die monarchistisch-legitimistische Bewegung, begründet nach 1918 von Oberst Gustav Wolff und später unter der Führung des ehemaligen Gesandten und bevollmächtigten Ministers Friedrich von Wieser, hatte noch etwas für ein Gesamt-Österreich übrig und lehnte deshalb den Anschluß an Deutschland ab. Besonders in akademischen Kreisen war der Anschlußgedanke stark verwurzelt und ein österreichisches Staatsbewußtsein wurde offiziell kaum gefördert..

 

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Kapitel 2: Die legitimistische Bewegung

In der ersten Phase der Bewegung bildeten sich einzelne Zentren, die vorerst keinen Kontakt zueinander hatten und so keine geschlossene Front gegenüber der unerwartet und plötzlich hereinbrechenden Revolution bildeten. Noch am 12. November 1918 nahmen zwei außer Dienst gestellte Gesandte - Ernst Freiherr von der Wense und der mit ih befreundeteFriedrich Ritter von Wiesner - Stellung gegen die Ausrufung der Republik wie auch gegen den Anschluß an Deutschland. Ene andere Gruppe entstand um den ehemaligen Innenminister Erwin Freiherr von Schwartzenau, aus der das "Komitee für Ordnung und Recht" hervorging. Oberst Gustav Wolff stellte seine vornehmlich aus Militätpersonen zusammengesetzte, öffentlich auftretende, kompromißlose "Schwarz-gelbe Volkspartei" auf. Daneben gab es vereinzelte kleinere Verbände.

Alle diese Organisationen betrachteten die Ausrufung der Republik als Rechtsbruch, denn Kaiser Karl hatte in seinem Manifest vom 11. November 1918 nicht abgedankt, sonder "...auf jeden Anteil an den Staatsgeschäften..." verzichtet und die Entscheidung bezüglich der künftigen Staatsform Österreichs einer Volksabstimmung überlassen.

Nach und nach schlossen sich die einzelnen Verbände in einem zentralen Komitee, später bekannt als "Strudelhof-Komitee", zusammen, an dessen Spitze Prinz Johannes von und zu Liechtenstein trat. Allein die Gruppe des Oberst Wolff betrieb mit furchtlosem Bekennermut eine selbständige radikale Politik. Die legitimistische Bewegung sah ihre erste Aufgabe darin, den österreichische-habsburgischen Gedanken zusammen it der Idee des Hl. Römischen Reiches wiederzuerwecken. Der Anschluß an Deutschland wurde verworfen, jvedoch eine Föderation der Donaustaaten im Rahmen der damals noch gegebenen Möglichkeiten einer Zusammenfassung der Nachfolgestaaten verlangt.

Innerhalb der legitimistischen Bewegung erlangten zwei Verbände mit einer klaren Programmatik breitere Bedeutung. Der "Reichsbund der Österreicher", gegründet 1921, beschäftigte sich besonders mit der Bewältigung kultureller Aufgaben. Sein erster Präsident war Baron Schwartzenau. Die politische Organisation "Partei der österreichischen Monarchisten", P.ö.M., geführt von Freiherr von der Wense, errang beachtliche Erfolge und ein Mandat im Nationalrat. Unüberbrückbare gegensätze in der Parteiführung und das Drängen, eine nationale Note zu betonen, führten 1922/23 zum Bruch. Freiherr von der Wense, Prinz Liechtenstein u.a. traten dem "Reichsbund" bei, der nun von Generaloberst Graf Dankl und von Freiherr Zessner-Spitzenberg geführt wurde. Zu der bisherigen Programmatik wurde um 1924 die Idee der "sozialen Monarchie" aufgenommen, die besonders von Prof. Dr. Ernst Karl Winter vertreten wurde. 1927 wurde zugunsten des "kleinösterreichischen Programms" die Absicht, eine Donauföderation anzustreben, aufgegeben. Nach der Festigung der Grundsätze 1930/31 entstand eine Dachorganisation - der "Eiserne Ring" - zur Sammlung aller legitimistischen Verbände, in deren Führung Max von Hohenberg, ein Sohn es in Sarajewo ermordeten Erzherzog-Thronfolgers Franz Ferdinand d'Este, und Freiherr von der Wense sowie nach dessen frühen Tod Ritter von Wiesner zu finden sind.

Die leitenden Prinzipien des Legitimismus wurden im wesentlichen in die von Dr. Engelbert Dollfuß, ein Studienkollege und Freund Prof. Winters, gegründeten "Vaterländischen Front" übernommen, damit erwuchsen sie - ausgenommen lediglich die Restaurationsidee - zum österreichischen Staatsgedanken. Damit war der Boden zum raschen aufblühen der Katholischen Österreichischen Landsmannschaften, der legitimistisch eingestellen Studentenverbindungen, bis zum 13. März 1938 vorbereitet.

 

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Kapitel 3: Entstehung der vaterländischen Verbindungen

Auf der einen Seite nahmen Kösener Corps, au f der anderen die Studentenverbindungen des (Österreichischen) Cartellverbandes nach dem 12. Nov. 1918 mit wenigen Ausnahmen überraschender Weise den Standpunkt "der gegeben Tatsachen" ein, obwohl sie sich noch kurz vorher, vor allem Kirche und CV, dem "Kaiserhaus stark verbunden" fühlten. So betonten zwei Verbindungen des CV, Austria-Wien und Carolina-Graz, nicht von ungefähr sei schwarz-gold in ihren Farben vertreten und bei den gesellschaftlichen Veranstaltungen trafen sich Adel, Geistlichkeit und bürgerlicher Konservativismus. Unmittelbarer Anlaß für die Gründung der K.ö.St.V. Rudolfina (gold-weiß-rot) war 1898 das 50. Regierungsjubiläum Kaiser Franz Joseph I. - man wollte auch im Namen einen erkennbaren habsburgisch-patriotischen Grundzug festlegen. Aus ähnlichen Motiven erfolgten auch die Gründungen 1908 anläßlich des 60. Regierungsjubiläums e.v. K.ö.St.V. Nibelungia-Wien (weiß-gold-grün) und einer K.ö.St.V. Aargau-Wien (schwarz-gold-grün), bei der die Namenswahl auf die habsburgischen Stammlande hinweisen sollte, um dem Herrscherhaus besonders seine Referenz zu erweisen.

Als das Kaiserreich auseinanderbrach, schien eine Fortsetzung der völkerverbindenden Mission des Hauses und Landes Österreich unmöglich geworden. Der Rest des Vielvölkerstaates könne wirtschaftlich ohne fremde Hilfe nicht weite bestehen, darum sahen auch CVer in Österreich nur in Verbindung mit Deutschland einen Ausweg aus der Existenzkrise des geschlagenen Landes.

Kardinal Friedrich Gustav Piffl schrieb noch am 5. November 1918 in der Reichspost, die Katholiken werden für die monarchische Staatsform eintreten. Obwohl bereits starke republikanische Strömungen in der katholischen Bevölkerung vorhanden waren, drückte er damit die Meinung weiter Kreise aus. Jedoch erließ Kardinal Piffl bereits am 12. November 1918 eine Weisung an den Wiener Klerus, der sich am 23. Jänner 1919 ein Hirtenbrief anschloß, worin alle aufgefordert wurden, dem neuen Staat in Treue zu dienen. Einzig die Wiener Nibelungia war, vor allem durch den Einfluß Prof. Ernst Karl Winters, noch lange legitimistisch eingestellt - ihr Wahlspruch "Viel Feind - viel Ehr´ !" bewahrheitete sich in der Folge noch öfters. So proklamierte sie am 16. Dezember 1936 S.K.H. Dr. Otto v. Habsburg zum "Hohen Schirmherrn".

Es mag begreiflich erschienen, daß nicht alle Jungakademiker mit dem abrupten Gesinnungsumschwung einverstanden waren und sich mit Kommilitonen ihrer Weltanschauung in einem Verband couleurstudentischer Prägung zusammenschlossen. Bereits am 20. Juni 1920 wurde eine legitimistisch orientierte Deutsch-christlich-akademische Verbindung Wasgonia mit den Farben schwarz-blau-gold/rot gegründet. Ihr Wahlspruch lautete "Wahrhaft und treu!". Der Name Wasgonia deutet auf die habsburgischen Vorlande im Elsaß, Wasgenwald, Vogesen, hin. Diese Verbindung vereinigte zunächst schlagende und nichtschlagende Elemente sowie auch Angehörige beider christlichen Konfessionen. Diese Verschiedenartigkeit innerhalb der Corporation war immerwährender Anlaß zu Meinungsverschiedenheiten, die zu Austritten und Abspaltungen führten.

Am 1. April 1922 gründete Wasgonia als Tochterverbindung die Deutsch-akademisch-konservative Verbindung Wikinger mit den Farben gold-schwarz-blau und dem Wahlspruch "Durch Kampf zum Sieg!", die ebenso wie die folgende Gründung der Deutsch-akademischen Verbindung Ottonen mit den Farben schwarz-gold-grün und dem Wahlspruch "Kaiser und Reich!" dem Duellprinzip huldigte.

Der katholische Teil der Wasgonia bemühte sich nun, eine katholisch-legitimistische Hochschulverbindung zu gründen. Maturanten der Realschule Ottakring waren von sich aus entschlossen, ebenfalls eine legitimistische Verbindung ins Leben zu rufen, ausgelöst durch eine begeisterte Rede Dr. August Maria Knolls bei einer Veranstaltung der Mittelschulverbindung Thuiskonia (im VPV) und die in dem Schlußsatz gipfelte: "...und jetzt müssen wir eigentlich die Kaiserhymne singen!". Katechet v. Ströck stellte die Beziehung zwischen beiden Gruppen her, er war Religionslehrer an der Ottakringer Realschule. Ein weiterer mächtiger Förderer dieser Bestrebungen war der damalige Heeresprobst Dr. Ferdinand Pawlikowski. Am 11. Oktober 1922 versammelten sich Karl Plaschko, Alois Schobel, Rudolf Grafinger , Ferdinand Ceipek, Katechet Theodor von Ströck, Stanislaus R. Schratzenthaller, Dipl. Kfm. Josef Maria Filips und Oberst Adolar Schlosarek Edler v. Trautenwall in einem Zimmer des Ottakringer Klosters in der Rückertgasse zum Gründungsconvent der Vaterländisch-katholisch-deutschen akademischen Verbindung Maximiliana. Als Burschenfarben wurden grün-schwarz-gold auf blutrotem Grund gewählt und als Fuchsenfarben grün-schwarz auf rot-gold. Eine dunkelgrüne Samtmütze mit goldenem Durchbruch und Vorstoß sollte nach studentischen Brauch die Kopfbedeckung sein. Zwei Wahlsprüche wurden der Corporation auf den Weg mitgegeben: ""ietate, audacter et constater!" und "Ehre, Treue, Vaterland!". Die Gründungsfeierlichkeiten vom 13. bis zum 15. November fanden ihren Höhepunkt in einem Gründungscommers bei Tischler, bei dem AH v. Ströck die Festrede hielt. Alle Wiener legitimistischen Verbindungen hatten Vertretungen entsandt und von der legitimistischen Bewegung waren Baron v. Schager anwesend. Die Gründungsmesse, bei der Maximiliana bereits chargierte, las Schottenabt Opitz in der Schottenkirche. Ein Couleurausflug beschloß die Publikation, bei der bereits die Füchse Victor Weis, Joseph und Adalbert Pelej zugegen waren. Die folgenden Zusammenkünfte wurden in der Wohnung des Alten Herren v. Ströck abgehalten.

Im März 1923 bezog Maximiliana ihre Bude im "Weißen Hahn" in der Josefstadt, wo sie bis zum Jahre 1925 blieb. Der Pächter des "Weißen Hahn", Hans Mäder, war bis zu seinem Tode am 13.12.1925 ein großzügiger Förderer der jungen Verbindung. Im Veranstaltungskalender für das SS 1923 waren folgende Festivitäten verzeichnet:

3. April Kaiser-Karl-Feier
9. Mai Commers zu Ehren der Kaiserin Zita
1. Juli Teilnahme am Katholikentag, als erstes Auftreten Maximilianae in der Öffentlichkeit
2. Juli Semesterschlußkneipe.
In den Ferien besuchte am 18. August eine stattliche Abordnung die Kaiser-Gedenkfeier. Vom 12. bis zum 14. Oktober 1923 präsidierte Weis als Senior die Feierlichkeiten des 1. Stiftungsfestes. der Landesvater stieg im "Weißen Hahn", die Stiftungsfestmesse zelebrierte in der Stiftskirche AH Dr. Pawlikowski, der noch 1922 der Verbindung Maximiliana beigetreten ist.

Am 18. Februar 1923 bewilligte das Rektorat der Universität Wien das Aufzugsrecht, darum hat sich besonders der damalige Rektor Univ. Prof. Dr. Döller, ein aufrechter Österreicher, sehr verdient gemacht. Beim Dankesbesuch im Rektorat am 8. März 1924 stellte Senior Weis Rektor Dr. Döller die Chargen der Verbindung vor. Im gleichen Semester nahm Maximiliana auch an den Feierlichkeien der Domweihe in Linz teil. Kardinal Piffl empfing Vertreter Maximilianae zum ersten Mal in Audienz und versprach, vermittelnd zwischen dem CV und Maximiliana einzugreifen. Mit einer Franz-Ferdinand-Feier wurde das Semester abgeschlossen.

Das Rektorat wies Maximiliana einen Bummelplatz auf der "Philosophenseite" zu. Der CV lehnte Verhandlungen mit den "Maxen" wegen Platzmangel und der politischen Einstellung ab, besonders taten sich dabei die Verbindungen Aargau und Norica hervor, die erst einige Jahre vorher unter größten Schwierigkeiten die Gleichberechtigung auf akademischem Boden erlangten. Erstaunlicherweise machten beauftragte freiheitlicher Corporationen von sich aus das ritterliche Anerbieten, der Maximiliana Raum in den Arkaden ihrer Seite zur Verfügung zu stellen, was Maximiliana nach eingehender Rücksprache mit ihren geistlichen Altherren dankend ablehnte. Am 29. November 1924 erschien Maximiliana auf dem Bummelplatz, um die Platzverhältnisse des CV in Augenschein zu nehmen. Bald nach ihrem Eintreffen wurde Maximiliana von der vorsitzenden Verbindung des CV aufgefordert, den Platz zu verlassen und da sich die Maxen weigerten, verließ der gesamte CV unter Protest den Bummelplatz. Maximiliana ist seitdem nicht mehr zum Bummel erschienen.

Zu Beginn des 6. Semesters konstituierte sich am 7. März 1925 der Altherrenverband Maximilianae. Am 1. April veranstaltete Maximiliana ein Trauerrequiem für Kaiser Karl. Das wichtigste Ereignis dieses Semesters war aber die Aufstellung einer "Grundsatzung", die die Grundlage für das später angenommene Landsmannschafterprogramm bildete. In dieser Proklamation verspricht Maximiliana Treue gegenüber Christus und seiner Kirche, dem angestammten Herrscherhaus und den alten österreichischen Traditionen sowie auch allen jenen, die ein Recht auf Treue haben. Der Burscheneid wird nun mit folgenden Worten geleistet: "Ich schwöre bei Gott dem Allmächtigen, meinem heiligen katholischen Glauben, meinem Monarchen und rechtmäßigen Herrn, meinem Volk und Vaterlande, sowie der Verbindung und ihren Gesetzen immerdar treu zu sein und zu bleiben.

So wahr mir Gott helfe!"

 

Eine Abordnung der Corporationen überbrachte am 17. Jänner 1926 den neuen Ehrenphilistern Dr. J. Rieder, Fürsterzbischof von Salzburg und Primas Germaniae und dem Erzabt Dr. Petrus Klotz Band und Mütze.

Im Sommersemester 1926 wurden unter dem Seniorat von Karl Plaschko Prinz Johannes v. Liechtenstein und Baron Dr. Zessner-Spitzenberg zu Ehrenphilister ernannt. Auf Grund der guten Beziehungen zu e.v. Nibelungia-Wien wurde Leopold Bernhardt das Band Maximilianae verliehen. Im Juli 1926 verunglückte der Gründungsbursch Joseph Maria Filips tödlich am Kitzsteinhorn, sein Ableben war ein schwerer Verlust für die Corporation.

 

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Kapitel 4: Gründung weiterer vaterländischer Verbindungen

Absolventen des Kalksburger Gymnasiums gründeten etwa zur gleichen Zeit, aber unabhängig von Maximiliana, die Deutsch-katholisch-vaterländisch-akademische Verbindung Karolinger mit den Farben schwarz-gold-blau und schwarzen Tuchmützen. Der Verbindungsname sollte an den am 1. April 1922 verstorbenen österreichischen Kaiser Karl I. erinnern. Der Nichtuntersagungsbescheid der Vereinsbehörde trägt das Datum 2. September 1922. Der in den Statuten festgelegte Zweck dieser Verbindung war die Wahrung und Förderung der katholisch-vaterländischen Idee. Als ordentliche Mitglieder konnten nur Höhrer einer Wiener Hochschule aufgenommen werden. Das Chargenkabinett - x Prinz Heinrich Schwarzenberg, xx Baron Mac Ennis und xxx Graf Eltz - war zu unerfahren in der Führung einer farbentragenden Vereinigung und konnte die Corporation nicht erhalten und da sie alle Versuche der Maximiliana, ihnen Beistand zu leisten, zurückwiesen, mußte die Aktivitas der Karolinger mit 24. April 1923 ihren Betrieb suspendieren. Dazu kam noch, daß die jungen Karolinger Gegner des altstudentischen Comments waren, was sie aber nicht hinderte, später dem CV beizutreten. Im Jahre 1923 trat eine nicht näher bezeichnete Anzahl von Studenten aus der deutsch-katholisch-vaterländisch-akademischen Verbindung Karolinger aus und zeigten am 1. August 1932 der Verbindungsbehörde die Bildung des "Akademischen Corps KAROLINGER" an. Die Farben des Corps waren rot-schwarz-gold mit roter Mütze.

Die "katholisch-vaterländische Studentenverbindung HABSBURG-LOTHRINGEN" wurde am 22. März 1923 von Heinrich Ritter von Stanslicki (xx), Erwin Drapal (x), Hans Pittioni (FM) und dem Altherren Hugo Otto Kosch im12. Bezirk in der Eichholzgasse 12 gegründet. Ihre im Gründungsprotokoll festgelegten Prinzipien lauteten: Katholizismus, Vaterlandsliebe, Pflege des großösterreichischen Staatsgedankens, Liebe zum Haus Habsburg-Lothringen, Wissenschaft und wahre Lebensfreundschaft.

Die Corporation nahm als Farben schwarz-gold-rot, die Farben Habsburgs. Die halbschlappe Mütze war aus kaisergelben Samt mit goldener Pise. Der Wahlspruch "Katholisch und Schwarzgelb auf immerdar!" zeigte deutlich das Bekenntnis zur Kaisertreue, zur Treue zur österreichischen Tradition und Sendung. Diese Verbindung war primär gedacht, als Sammelbecken für Mittel- und Hochschüler zu wirken, die sich zum Hause Habsburg bekannten. Doch Hans Pittioni verfolgte seit der Gründung vehement das Ziel, sie in eine Hochschulverbindung umzuwandeln.

Bereits die Statutengenehmigung brachte der kleinen, wackeren Schar die ersten Schwierigkeiten. Aber es war eine beachtliche Leistung an Zivilcourage, in Wien, der Hochburg des österreichischen Sozialismus, eine Vereinigung mit dem Namen Habsburg-Lothringen anzumelden. Jedoch war der Magistratsbeamte Dr. Adolf Schärf, dem die vereinsbehördliche Überprüfung und Genehmigung der Vereinigung oblag, so entgegenkommend und schlug als Ausweg für den Amtsgebrauch den Namen 'Hasso-Lothringen' vor. Diese merkwürdige Synthese von Hessen und Lothringen wurde in der Folge auch tatsächlich nur im Verkehr mit Behörden verwendet.

Noch im ersten Semester trat ein im legitimistischen Leben sehr reger Hochschüler ein, der auch in den weiteren Semestern lebhaften Anteil an der Gestaltung der Corporation nahm: Gustav Canaval, der spätere Chefredakteur der Salzburger Nachrichten. Richard von Kralik, der der Verbindung das erste Bundeslied und die Burschen. und Fuchsenstrophe widmete, erhielt das Ehrenband. Am Semesterende wurde Willibald Plöchl recipiert.

Die Versuche, in Pfarreien oder katholischen Vereinshäusern eine Bude zu bekommen, waren ergebnislos - sie scheiterten nicht zuletzt an dem Namen. So logierte die Habsburg-Lothringen zuerst in einem kleinen Wirtshaus im 6. Bezirk, in der Marchettigasse, wo am 29. September die Semesterantrittskneipe abgehalten wurde, bei der zum erstenmal Maxen zu Gast waren, ebenso der Vater des Willibald Plöchl, Regierungsrat Josef Plöchl, der durch seine spätere Mitarbeit die landsmannschaftliche Bewegung begründete. Bald übersiedelte die Verbindung in die "Schöne Schäferin" auf der Gumpendorfer Straße. Am 23. November trat Habsburg-Lothringen erstmals mit einer größeren Veranstaltung vor die Öffentlichkeit, anläßlich des Geburtstages des Kaisers wurde in der "Schönen Schäferin" ein Commers abgehalten, bei dem Dir. Leb die Festrede hielt und als erster Fuchs Willibald Plöchl das Burschenband empfing. Das dritte Verbindungssemester wurde am 5. Februar 1924 durch den Senior G. A. Canaval mit einer Kneipe eröffnet, auf der dem Maximilianen Victor Weis das Band verliehen wurde.

Das erste Stiftungsfest wurde ebenfalls in der "Schönen Schäferin" am 22. März 1924" veranstaltet und wies einen außerordentlich guten Besuch auf. Maximiliana und die konservative Verbindungen WASGONIA und OTTONEN waren mit Vertretern erschienen und Prinz Johannes Liechtenstein zeichnete mit seiner Anwesenheit den Commers aus. Dem Heeresprobst Dr. Ferdinand Pawlikowski und dem Regierungsrat Josef Plöchl wurden Ehrenbänder verliehen.

Am 7. April 1924 wurde Josef Plöchl zum Philistersenior gewählt. Er griff recht bald in die Geschäfte der Corporation ein und wenig später wurde die eigenständige Geschäftsordnung beschlossen. Da noch kein eigenes Heim gefunden war, fanden kleinere Veranstaltungen in der Wohnung des Phil-x statt. Maximilian Fritz eröffnete am 1. Oktober das Wintersemester 1924/25, das vollständig dem inneren Aufbau gewidmet war.

Willibald Plöchl eröffnete am 7. Oktober das 5. Semester. Zwei Wochen später starb unerwartet sein Vater, der bis in seine letzten Lebensstunden für die Verbindung tätig war. Die äußere Umwandlung der Corporation in die "Katholisch österreichische Landsmannschaft Habsburg-Lothringen" hat Josef Plöchl nicht mehr erlebt, sie wurde am 7. März vollzogen. Der Titel wurde im bewußten Gegensatz zur "Deutschen Burschenschaft" gewählt. Ein schlichter Trauercommers für den ersten Toten der Verbindung wurde am 19. März, an seinem Namenstage, abgehalten, tags darauf von Dr. Pawlikowski die Totenmesse gelesen.

Das zweite Stiftungsfest stieg am 25. April 1925 im Restaurant Riedhof im 8. Bezirk. Da nun feststand, Habsburg-Lothringen in eine akademische Verbindung umzuwandeln, wurde am 13. Juni 1925 als Versuch die "Katholisch österreichische Landsmannschaft TEGETTHOFF" gegründet, mit den Farben schwarz-gold-blau/gold und schwarzen Mützen, die ein blaue Pise tragen. das war die erste vaterländische Verbindung, die als KÖL gegründet wurde. Ihr Wahlspruch lautete: "Kaiser, Glaube, Österreich!", drei Worte, die klar und deutlich das Programm der Corporation ausdrücken. Ihr Bundeslied und die Burschenstrophe stammen von Hans Pittioni, die Fuchsenstrophe von Willibald Plöchl. Als Gründungssenior fungierte Wolfgang John.

Zum drittenmal stieg zum Geburtstag des Kaisers, am 20. November, ein Kaisercommers, der 1925 im Riedhof gemeinsam von Habsburg-Lothringen (x Heinrich von Stanslicki) und Tegetthoff (x Wolfgang John) veranstaltet wurde, zu dem die Arbeiterzeitung in ihrer Nummer vom 20. November die Bemerkung knüpfte: "Ob dieser 'Kommers' mit politischer Duldung vor sich geht, wissen wir nicht, daß er aber eine ausgemachte Frechheit ist, das ist gewiß". Plöchl, der für die Einladung verantwortlich zeichnete, erhielt eine Vorladung auf das Kommissariat, doch der damalige Stadthauptmann entpuppte sich als äußerst netter Mann, dem der Mut der kleinen Vereinigung imponierte. Statt die Veranstaltung zu untersagen, besprach er mit Plöchl die Sicherheitsmaßnahmen, rund um das Commerslokal in der Wickenburggasse wurde ein verstärkter Postendienst aufgestellt.

Am 23. November traten die Vertreter der beiden Landsmannschaften Habsburg-Lothringen und Tegetthoff zu einer gemeinsamen Tagung zusammen, an der die Grundzüge einer gemeinsamen Bundessatzung besprochen wurden. Allerdings hatte jene von Plöchl vorgeschlagene Fassung eine viel zentralistischere Gestaltung als die, die später verwirklicht wurde. Ein gemeinsames Organ für beide Verbindungen wurde erstellt - ein Bundes-Konvent, an dessen Spitze Hans Pittioni trat. Dieser, ersten "Bundestagung" war das Landsmannschafterlied von Hans Pittioni gewidmet, die Melodie schrieb später Karl Ballaban, eine Schulkamerad Willibald Plöchls.

Das 7. Corporationssemester eröffnete am 11. Februar 1926 der neugewählte Senior Wolfgang John. Am Cumulativconvent vom 1. Juli wurde die Umwandlung in eine akademische Corporation beschlossen, äußerlich wurde dies sichtbar, indem der Mütze eine schwarze Pise hinzugefügt wurde. Die Ferien-Kommission wurde beauftragt, die Statutenänderung bei der Behörde durchzuführen.

Mit Beginn des 8. Semesters war also Habsburg-Lothringen eine akademische Verbindung. Der Convent vom 25. Oktober wählte Willibald Plöchl zum Senior. Josef Schebesta wurde recipiert. Hans Pittioni beantragte am 17. Februar 1927 eine engere Arbeitsgemeinschaft mit Maximiliana, zu der bis anhin ein lockerer Kontakt bestand, anzustreben, um auch sie für den landsmannschaftlichen Charakter zu gewinnen. Eine Bandverleihung an den um die legitimistische Sache hoch verdienten Hochschuldozenten Dr. Hans Freiherr Zessner von Spitzenberg, der bereits Mitglied der Maximiliana war, wurde ins Auge gefaßt.

Das 9. Semester stand abermals unter der Leitung von Willibald Plöchl und es begann am 11. März 1927. Eine gemeinsame Beratung mit Tegetthoff fand am 8. April statt, an der endgültig das "Programm der Landsmannschaften" nach den Grundsätzen Josef Plöchls angenommen wurde.

Die Beziehungen zur Maximiliana wurden immer freundschaftlicher und intensiver. Vor allem trat der Habsburg-Lothringen ein neuer Aspekt gegenüber, denn bei einer Vorsprache der Chargen im Rektorat der Wiener Universität wurde ihnen unumwunden mitgeteilt, daß eine Anerkennung seitens der akademischen Behörden nicht erfolgen kann, solange sich die Corporation Habsburg-Lothringen nenne. Daher stand entscheidend im Vordergrund: Sollte Maximiliana mit Habsburg-Lothringen ein Kartell eingehen, wobei sicher Habsburg-Lothringen in den nächsten Semestern mit erheblichen Schwierigkeiten aufgrund ihres Namens zu rechnen hat, oder wäre es besser, aus beiden Verbindungen eine starke Landsmannschaft zu schaffen?

 

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Kapitel 5: Landsmannschaft Maximiliana

Bereits Mitte April ist einer Mitteilung Pittionis zu entnehmen, daß Maximiliana durchaus geneigt sei, unter Umwandlung in eine Landsmannschaft sich mit Habsburg-Lothringen zu fusionieren und da Maximiliana bereits die Anerkennung der Behörden besaß, wären so Unannehmlichkeiten umgangen. Am 13. und 18. Mai fanden die Aussprachen zwischen Maximiliana und Habsburg-Lothringen statt und es wurde beschlossen, Programm und Idee der Österreichischen Landsmannschaft" anzunehmen, die aus der Vereinigung entstehende Corporation wird den Namen "Katholisch-österreichische Landsmannschaft Maximiliana" tragen. Satzung und GO werden von Habsburg-Lothringen übernommen. Auf Vorschlag von Weis wurden beide Burschenfarben vereint und mit rot-schwarz-gold/grün festgelegt. Maximiliana steuerte weiters die grüne Mütze und den Wahlspruch "Ehre, Treue, Vaterland!" bei. Beide Cumulativconvente fanden am 3. Juni statt und beschossen endgültig, bei Maximiliana einstimmig, die Fusion und mit dem Wahlconvent vom 9. Juni war die Vereinigung vollzogen. Aus der Habsburg-Lothringen schieden sich Heinrich von Stanslicki und Gustav Canaval aus, da sie gegen Fusion und Änderung des Namens waren.

Das erste Semester der KÖL Maximiliana, von der Gründung weg gerechnet das 10., leitete Willibald Plöchl als Senior ab dem 9. Juni. Am 5. Juli stieg der Schlußcommers, auf dem das neue Bundeslied, geschrieben von Hans Pittioni, und die geänderte Burschen- und Fuchsenstrophe (Pittioni und Weis) erklang.

Für das 11. Semester wurde am 12. Oktober Willibald Plöchl wiedergewählt. Das 5. Stiftungsfest wurde wie gewohnt am 20. November gefeiert und Univ.-Prof. Dr. Zehentbauer von der theologischen Fakultät war in Vertretung des Rektors Dr. Peham erschienen. Heinrich Christian folgte ab 22. Februar 1928 als Senior. Ein Kaiser-Karl-Gedächtniscommers wurde am 1. April anläßlich der Errichtung der Gedenktafel in der Michaelerkirche durchgeführt, zu deren Enthüllung Ottonen und Nibelungia Chargierte entsandten, um dem großen Kaiser eine selbstverständliche Ehrung zu erweisen. Als Festgäste hatten sich eingefunden: Prinz Johannes von und zu Liechtenstein, Graf Esterhazy, Graf Szecheny, Graf Heinrich Degenfeld, Markgraf Pallavicini u.a. Baron Dr. Zessner-Spitzenberg hielt die Festrede zur Bandverleihung an Pater Maurus Carnot OSB.

Drei Mitglieder der Maximiliana, Weis, Grafinger und Plöchl, wurden vom ungarischen König-Karl-Komitee zu einer Gedächtnisfeier, die am 15. August in Tihany angesetzt war, eingeladen und mit ausgesuchter Gastfreundschaft empfangen. Das Wintersemester war von einer inneren Krise überschattet, der nachwuchs blieb aus, der Mangel eines geeigneten Heimes machte sich für die innere Arbeit äußerst unangenehm fühlbar, Bitten u Unterstützung blieben erfolglos. Auf Intervention hin wurde der Corporation vom Reichsbund der Österreicher in der damaligen Kanzlei, Riemergasse 5, dreimal wöchentlich ein Raum zur Verfügung gestellt. Im 13. Semester war Plöchl, im 14. Christian Senior. Am 27. März 1930 starb der von Maximiliana hochgeschätzte Vizepräsident des Reichsbundes der Österreicher Freiherr von der Wense.

Für das Wintersemester 1929/30 wurden am 2. Oktober Wolfgang John zum x und Karl Burian zum xx gewählt. In diesem Semester wurde erstmalig ein Vortragszyklus mit dem Thema "Die Legenden um den Josephinismus" veranstaltet, in drei Teilen beschäftigte man sich mit der Persönlichkeit, dem Staat und den Reformen Kaiser Joseph II. eingehend.

Im 16. Semester wirkte wiederum Plöchl als x und Christian als FM. Auf einem Convent beantragte Plaschko, in Erwägung zu ziehen, ob man nicht den Kaiser ersuchen sollte, das Ehrenprotektorat über die Corporation zu übernehmen, was grundsätzlich angenommen wurde. Im gleichen Semester wurde vom Convent der Entwurf eines Verbindungswappens, das größtenteils den Anregungen Plöchls entsprungen war, genehmigt und von Baron Zessner-Spitzenberg beauftragt, die Zustimmung Seiner Majestät zur Übernahme der Schutzherrschaft und die Genehmigung des Wappens zu erwirken. Bereits am 1. April 1930, dem 9. Todestag Kaiser Karls, konnte den versammelten Bundesbrüdern ein im Allerhöchsten Auftrage ausgefertigtes Schreiben verlesen werden, in dem das vorgelegte Wappen genehmigt wurde. Auch in der Frage der Übernahme der Schutzherrschaft ging eine ermunternde Mitteilung ein, sodaß am 14. April einstimmig auf einem außerordentlichen Cumulativconvent beschlossen wurde, dem Kaiser die Bitte um Übernahme der Schutzherrschaft über die Landsmannschaft Maximiliana zu unterbreiten. Somit war Maximiliana die erste von allen Körperschaften und allen Gemeinden, die eine derartige Huldigung für den Kaiser beschlossen hatte.

Das 8. Stiftungsfest begann am Mittwoch, den 4. Juni mit einem Vortrag zum Gedächtnis an Kaiser Franz Joseph I. Den Stiftungsfestcommers schlug am Pfingstsamstag, den 7. Juni Willibald Plöchl, x, im Restaurant "Deutsches Haus". Der Ausklang war mit einer von AH Oberst Meister organisierten Fahrt ins Burgenland am Pfingstmontag festgesetzt.

Eines der Hochfeste des Legitimismus in dieser Zeit war die Feier des 100. Geburtstages Kaiser Franz Josephs. Am 17. August war die Maximiliana bei der Feldmesse auf dem Schwarzenbergplatz zahlreich vertreten. Am 18. August chargierten Maxen und Ottonen gemeinsam in der Kapuzinerkirche.

Das 17. Semester stand unter der Leitung von Wolfgang John. Zum 18. Geburtstag des Kaisers veranstaltete die Verbindung wiederum den bereits traditionellen Kaisercommers. Über Vermittlung Baron Zessner-Spitzenbergs konnte die Corporation in der Piaristengasse 2 Räume beziehen, wo am 5. März 1931 das 18. Semester begann, in dem Plaschko das Seniorat übernahm. Bundesbruder Aurelius Ceipek, der Bruder des Mitgründers Ferdinand Ceipek, studierte an der Universität Löwen und er bekam die Aufgabe übertragen, Band und Mütze Seiner Majestät zu übergeben, was in einer Audienz am 13. März 1931 auf Schloß Steenockerzeel stattfand und etwa eine Stunde währte. Am 20. Juni versammelte sich Maximiliana im "Deutschen Haus" und feierte mit einem Commers die Bandannahme durch den Kaiser, in einer Landesvaterzeremonie wurde das Gelöbnis zu ihrem Landesherrn erneuert.

Für das 19. Semester wurde Fritz Kraus zum Senior gewählt. Am 20. November hatte diesmal die Maximiliana, da ihr im letzten Semester derart große Ehre widerfahren sei, im Rahmen der legitimistischen Bewegung den Vorsitz bei der Veranstaltung zu führen.

Im Sommersemester 1932, beginnend mit 31. März, fiel die Wahl auf Karl Burian. Öffentliche Veranstaltungen wurden zugunsten des im Herbst stattfindenden 10. Stiftungsfestes vernachlässigt. In diesem Semester wurde auch der Plan geboren, dem damaligen Justizminister Dr. Kurt von Schuschnigg das Ehrenband zu verleihen, denn schon als Abgeordneter war er öfters bei Veranstaltungen e.v. Maximiliana zugegen gewesen.

Der Convent vom 22. September wählte für das Wintersemester 1932/33 Karl Plaschko zum Senior, Rudolf Grafinger amtete als FM. Am Gründonnerstag, dem 11. Oktober, trat die Corporation zur Landesvaterkneipe zusammen. Eine stattliche Abordnung unter der Führung des Philisterseniors Baron Zessner-Spitzenberg wurde in vollen Farben von Bundesminister für Justiz Dr. Kurt von Schuschnigg am 18. November in den Räumen des Ministeriums empfangen. Im Rahmen einer kleinen Feier wurde Dr. Schuschnigg das Band als Ehrenphilister überreicht. Das 10. Stiftungsfest wurde am 19. November mit einem großen Commers gefeiert, zu dem Glückwunschschreiben von Kaiser Otto, Bundeskanzler Dr. Dollfuß und von verschiedenen legitimistischen Persönlichkeiten eintrafen. Dem anwesenden Fürsterzbischof von Wien, Dr. Theodor Innitzer (damals noch nicht Kardinal) wurde in feierlicher Weise die Ehrenmitgliedsurkunde überreicht. Mit diesem Akt sollte die Treue zur katholischen Weltauffassung dokumentiert werden. Exzellenz von Wiesner war ebenfalls bei diesem Commers anwesend und überbrachte die Glückwünsche der Bundesleitung des "Reichsbundes der Österreicher" und des "Eisernen Ringes".

Das folgende Semester brachte im Amte des Seniors keine Veränderung. In der akademischen Jugend, vertreten durch die Landsmannschaften, war der berufständische Gedanke nicht neu. Die Entwicklung der KÖL war Beweis, daß die österreichische Idee am sichersten in der Treue zum Haus Habsburg verankert ist. Im Mai 1933 traten sowohl Bundesminister Dr. Kurt von Schuschnigg als auch der erste Generaldirektor der "Vaterländischen Front", Dr. Pankraz Kruckenhauser an die KÖL Maximiliana heran und forderten deren Mitglieder zur Mitarbeit in der VF auf. In drei Bezirken Wiens stellte Maximiliana die ersten Bezirksführer, im Generalsekretariat waren mehr als ein Dutzend Maximilianen beschäftigt, die sich für diese Arbeit freiwillig und ohne Vorbehalt meldeten. Bezeichnend für die Begeisterung der Maximilianen ist, daß sie selbst ihr Heim im 8. Bezirk der provisorischen Bezirksleitung zur Verfügung stellte und folglich sich Schwierigkeiten mit dem Hauseigentümer einhandelte.

Trotz dieser begeisterten Mitarbeit leidete der Verbindungsbetrieb nicht. Von Josef Plöchl stammte der Grundsatz, der noch heute in der Geschäftsordnung verankert ist, nie mehr als 25 aktive Burschen in einer Landsmannschaft zu vereinigen, damit zwischen allen Bundesbrüdern auch tatsächlich die Möglichkeit besteht, echte Lebensfreundschaft zu begründen. Darauf beruhend, faßte der Convent im Juni 1933 den Beschluß, eine neue Landsmannschaft zu gründen, die auf Anregung des Altherrn Johann Pittioni, dem Vater des Gründers Maximilianae Hans Pittioni, den Namen STARHEMBERG erhielt. Nun war es erwägenswert, einen Bund der Katholisch-österreichischen Landsmannschaft zu errichten, ein Gedanke, der ebenso auf Josef Plöchl zurückgeht.

Die unruhigen Tage des Februar 1934 waren bereits zu Beginn des Wintersemesters vorauszusehen, darum sind die Fuchsenconvente um eine Mehrleistung bereichert worden - dreimal wöchentlich trafen sich die Aktiven um 7.30 Uhr morgens im Augartenpalais, um sich einer militärischen Ausbildung zu unterziehen, die von AH Oberleutnant Ludwig Reiter geleitet wurde.

Maximiliana widmete sich im Wintersemester 1934/35 hauptsächlich der inneren Arbeit, sodaß mehrheitlich Vorträge, Diskussionsabende Couleurausflüge im Programm enthalten waren, denn Starhemberg führte nun im Bund den Vorsitz. Am 6. Dezember beschäftigte sich der Convent Maximilianae mit der Gründung der zweiten Tochterverbindung, der KÖL AUSTRIA-Salzburg, diesmal prägte der Wunsch, landsmannschaftliches Gedankengut in anderen Hochschulstädten zu verankern.

Am 3. Mai 1935 fiel die Wahl zum Senior auf Fritz Möhwald, ein Semester später, 30. September, auf Rudolf Krasel von Almwehr. Die Bedeutung der Landsmannschaften hat soweit zugenommen, daß zum 14. Stiftungsfest erstmals ein Vertreter der Sachwalterschaft der österreichischen Hochschulen erschienen war. Dieses Stiftungsfest begann am 10. November mit einer Messe in der Maltester-Ordenskirche. Hw. Prof. Dr. Unterkirchner führte in seiner Predigt Sinn und Wert katholischer Treue zum angestammten Erzhaus Österreich aus, abgeleitet von der Idee der österreichischen Kaiserkrone. Der Cumulativconvent fand am 18. November bereits auf der neuen Bude, am Fleischmarkt 10, statt. Anschließend fand man sich im "Österreichischen Hof" zum Landesvater ein.

 Ebenso stieg im "Österreichischen Hof" der Commers zum 14. Stiftungsfest (23. November 1935), an dem Vertreter der KÖL Starhemberg, der KÖL Austria sowie der kdStV Aargau teilnahmen. Die Festrede hielt Dr. Willibald Plöchl. Ein Altherrenconvent wählte am 2. Dezember die Philisterchargen für die nächsten drei Jahre wie folgt:

Phil-x Baron Zessner-Spitzenberg
Phil-xx Karl Plaschko
Phil-xxx1 Stephan Wöber
Phil-xxx2 Rudolf Grafinger
Phil-xxxx Josef Schebesta

Am 13. März 1936 genehmigte Kardinal Erzbischof Dr. Innitzer die Bestellung des Hw. Herrn Dr. Leopold Lentner - kürzlich erst zum Dr. der Theologie promoviert - zum Corporationsseelsorger anstelle des nach Graz versetzten Divisionspfarrers Dr. Maurer.

Das Sommersemester, eröffnet am 3. Februar 1936, geleitet von Willy Raab, diente einer neuen Aufgabe Maximilianae, nämlich der Gründung der KÖL CAROLINA. Der Bundessenior Dr. Willibald Plöchl hielt am 18. Februar 1936 seine Antrittsvorlesung als Dozent für Kirchenrecht an der Universität Wien. Zum Semesterantritt wurden fünf Burschungen vollzogen. Drei Referate bildeten den kulturellen Teil des Semesterprogramms: "Warum sind wir Legitimisten?" - diese Frage stellte Plaschko am 18. Mai, "Österreichs Anteil an der Weltkultur" erläuterte Berthold Dietrich, "Kaiser Maximilian von Mexiko" lautete das Thema für den Vortrag von AH Ströck (22. Juni 1936). Breiten Raum nahmen die Vorarbeiten zum 15. Stiftungsfest ein. Der Schluß-BC wurde am 6. Juli abgehalten.

Zum 30. Verbindungssemester erschien bereits im November 1936 eine Festnummer der Österreichischen Akademischen Blätter, die den Werdegang der Landsmannschaften skizzierte. Der 15. Gründungstag Maximilianae wurde am 10. Oktober 1936 festlich mit einer Landesvaterkneipe begangen, in deren Verlauf Sekt.-Chef Eugen von Chavanne und Univ.-Prof. Dr. Egon Wellesz das Band verliehen wurde. Der Oberste Bandinhaber sandte ein herzlich gehaltenes Glückwunschschreiben, das Dank denen ausspricht, die treu und aufopfernd am Aufbau der Landsmannschaften mitarbeiteten und dann den Mut fanden, auf akademischem Boden legitimistisches Gedankengut zu vertreten.

Maximiliana feierte am 19. Dezember 1936 im Hotel "Österreichischer Hof" ihren Weihnachtscommers mit der Bandverleihung an Dr. Konrad Josef Heilig, der allen Gegenströmungen zum Trotz, wissenschaftliche Arbeit und geschichtliche Forschung im österreichischen Sinne klar und vollendet vertreten hat. Der Geehrte dankte unter ungeheuren Beifall der Anwesenden in einer Rede mit dem Kernsatz "... österreichische Geschichtsforschung kann nicht unter einem bloß nationalen, bloß wirtschaftlichen, bloß kulturellen Gesichtswinkel betrieben werden, gewiß nicht unter einem Gesichtswinkel, der irgendwo um Leipzig herum liegt - sie muß einzig aus echtem österreichischen Geiste geboren sein, wie er in der legitimen Dynastie verkörpert ist...". Nach der Weihnachtsansprache brachte der Gründungsbursch Rudolf Grafinger den einstimmigen Conventsbeschluß zur Kenntnis, demzufolge das goldene Band e.v. Maximiliana dem Bundessenior Dr. Plöchl verliehen wird, der bei der Kaiserfeier im Konzerthais am 19. November 1936 jenes Wort aussprach, das nun zum Kampfruf der ganzen Bewegung geworden ist: "Wir wollen den Kaiser!".

An Generaloberst Graf Viktor Dankl von Krasnik überreichte Phil-xx Karl Plaschko im Rahmen einer kleinen Feier am 24. Mai 1937 die Ehrenmitgliedsurkunde der KÖL Maximiliana.

 

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Kapitel 6: Landsmannschaft Starhemberg

Im Juni 1933 beschloß der Convent Maximilianae, eine neue Landsmannschaft zu Gründen, die den Namen "STARHEMBERG" erhielt. Zum Gründungssenior wurde Heinrich Christian (Mx), zum Philistersenior Dr. Willibald Plöchl bestellt. Außerdem gehörten von Maximiliana dem Gründungsconvent Plaschko und Grafinger an. Am 1. Juli lud die KÖL Maximiliana ihre Freunde zur feierlichen Publikation ihrer ersten Tochterverbindung "KÖL Starhemberg" in en Österreichischen Hof ein. Als Gründungsphilister trat Militärkaplan Dr. Josef Maurer ein. AH Prof. Dr. Triebl aus St. Pölten hielt die Festrede über Sinn und Inhalt der österreichischen Idee, dabei charakterisierte er den Unterschied zwischen Deutschtum und Österreichertum. Vereint könnten beide Gedanken nur in der übernationalen, auf katholischer Grundlage aufgebauten Idee des Heiligen Römischen Reiches werden. Seit dieses zerstört wurde, haben Reichsgründungen begonnen - momentan ist die Dritte im Gange. Mit jeder Neugründung gehen nicht nur gewaltige Stücke des alten Reichsgefüges verloren, sondern auch der Geist der Unkultur kommt mehr zur Geltung. Generaldirektor Dr. Kruckenhauser überbrachte die Grüße des Bundeskanzlers Dr. Dollfuß, anknüpfend an den Wahlspruch "Glaube, Treue, Österreich!", den Bundesminister Dr. Schuschnigg der neuen Corporation gegeben hat, legte er die Ziele der jungen Landsmannschaft dar.

Starhembergs Ehrenphilister Eduard Baar von Baarenfels wurde bei der Regierungsumbildung am 17. Oktober 1935 Innenminister der Regierung Schuschnigg. Weiters gehörten der Verbindung noch an Ferdinand von Weis und Dr. Fritz Riha.

Anläßlich des Weihnachtscommerses, 21. Dezember 1935 im Hotel "Österreichischer Hof", der gemeinsam mit der KÖL Maximiliana abgehalten wurde, erhielt Univ.-Prof. Dr. Ferdinand Graf Degenfeld-Schonburg Starhembergs Ehrenband. Dazu erhielt Ritter von Wiesner eine Ansprache über Sinn und Wert der Landsmannschaften. In seiner Rede stellte der Sachwalter der österreichischen Hochschülerschaft Heinrich Drimmel den Landsmannschaften seine Anerkennung aus, denn eine solche Gemeinschaft, die sich auf so felsenfester Gesinnungstreue aufbaut, wird und muß ihr Ziel erreichen.

Das Programm des WS 1935/36 enthielt 15 Veranstaltungen und das Semesterthema "das österreichische Buch". Unter der Führung von Luis Grundner hatte Starhemberg einen Arbeitszirkel aufgebaut, der sich eingehend mit der Kunst beschäftigt.

Starhemberg ging mit dem Leitmotiv "Mit ganzer Kraft für die Landsmannschaft!" in das Sommersemester 1936. Im Rahmen des 3. Stiftungsfestes, bot der Stiftungscommers am 14. Mai 1936 ein Bild der Geschlossenheit der legitimistischen Akademiker. Zum ersten Mal trat anläßlich dieser Veranstaltung die neugegründete Landsmannschaft CAROLINA in der Öffentlichkeit in Farben auf. In der Festrede erinnerte Dr. Plöchl jeden Landsmannschafter an die Pflicht, die Idee Österreichs in jeder Lage mit Begeisterung voranzutragen. Dr. Dangl, einem treuen Freund der legitimistischen Bewegung, und Prof. Dr. Lentner, dem Verbindungsseelsorger der Maximiliana, wurde das Band verliehen.

Mit dem Wahlconvent am 6. Oktober 1936 begann das 8. Verbindungssemester. Vertretungen der Landsmannschaft nahmen an der Kneipe Maximilianae (10. Oktober 1936) sowie an der Publikation der KÖL Carolina (24. Oktober) teil. Dem Fuchsenstall wurden am 20. Oktober zwei weitere Mitglieder hinzugefügt. Für alle Aktiven war der Besuch des Arbeitskreises der Österreichischen Landsmannschaften obligatorisch.

Sonst weist das Programm an jedem Mittwoch AC bzw. BC und für jeden Montag FC´s aus.

Im engsten Kreise fand am 17. Dezember 1936 die Weihnachtsfeier statt, wo die Bundesbrüder Alexander Auer und Herbert Schoen geburscht worden sind. Unter den Ehrengästen wurde auch der Senior der kdStV Nibelungia begrüßt, die sich erst kürzlich eindeutig und öffentlich zum legitimistischen Prinzip bekannt hat, als die tags zuvor Otto von Habsburg zum Schirmherrn Nibelungiae proklamierte.

 

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Kapitel 7: Landsmannschaft Austria-Salzburg

Am 8. Dezember 1934 wurde die "Katholisch-österreichische Landsmannschaft Austria-Salzburg" mit den Farben weiß-schwarz-gold und schwarzen Mützen gegründet. Gründungssenior war der Maximiliane Josef Tomaschek.

Beim Landesvater am 7. Dezember 1935 fand die Überreichung des Ehrenbandes an Franz Graf Ledochowski statt, zu der der Phil-xx Dr. Breitenfeld in der Festrede betonte, nur die Katholisch-Österreichischen Landsmannschaften seien berechtigt, einen Landesvater zu feiern, da bloß sie einen Landesvater anerkennen. Am nächsten Tag wurde zum Stiftungstag ein Pontifikalamt im Dom gefeiert uns abends stieg der Festcommers im Hotel Bristol, wo an der Ehrentafel Fürsterzbischof Dr. S. Waitz und Oberst von Szente sich einfanden. Die Festrede hielt Baron Zessner-Spitzenberg.

Die Weihnachtsfeier wurde am 16. Dezember im kleinen Kreise abgehalten. Hw. Stadler versah seit dem 17. Februar 1936 das Amt des Corporationsseelsorgers. Dem Gottesdienst für weiland Se. Majestät Karl am 3. Mai 1936 folgte eine Receptionskneipe. In einer Sitzung des Professorenkollegiums der Theologischen Fakultät wurden der Austria-Salzburg alle Rechte im Rahmen der Theologischen Fakultät in Salzburg in aller Form am 8. Mai 1936 erteilt. Für den 9. Mai war ein Gottesdienst für I.M. der Kaiserin Zita angesetzt. Baron Werkmann hielt am 12. Mai 1936 einen Vortrag. Der Vorstellungsbesuch beim Dekan der Theologischen Fakultät wurde am 19. Mai absolviert.

Die fröhliche Ferienzeit unterbrach der plötzliche Tod des Fuchsen Josef Riedl (22. September 1936). Am 5. November 1936 fand sich Austria zu einer Festkneipe im Hotel Bristol zusammen, um in deren Verlaufe dem Erzabt Petrus Klotz OSB durch den Senior Kurt Biedrawa das Band zu verleihen. Allwöchentlich war im Programm ein wissenschaftlicher Abend im Rahmen der soziologischen Arbeitsgemeinschaft der Corporation vorgesehen.

Bei den Publikationsfesten der "Unitas-Juvavia"-Salzburg war Austria durch ihren Senior vertreten. Ein Altherren-Convent berief am 17. Dezember in das Philister-Chargencabinett:

Phil-x Dr. Rudolf Zeilinger
Phil-xx Dr. Walter Breitenfeld
Phil-xxx Baron Clemens Baillen.

In den Weihnachtsferien wurden drei Referate gehalten, die in der Corona begeisterte Aufnahme fanden:
"Gesamtdeutsche und österreichisch-europäische Geschichtsauffassung",
"Reichsidee und Völkerbund" von Biedrawa,
"Der europäische und der österreichische Raum",
"Die österreichische Idee in der Geschichte" von Rudolf Beran,
Alfred Kern entwickelte das Legitimitätsprinzip in bezug auf die scholastische Philosophie.

Auf der Landesvaterkneipe, 30. Dezember 1936, wurden zwei Receptionen und mehrere Burschungen vorgenommen. Die neu adaptierte Bude war Anlaß für eine Festkneipe, an der Prof. Max von Bosch das Band erhielt, weil er sich um die Zulassung der KÖL Austria auf akademischem Boden große Verdienste erworben hat.

Am 7. März 1937 fand das dritte Stiftungsfest statt, an dem mit dem Willen Seiner Majestät des Kaisers Erzherzog Gottfried das Ehrenband der Corporation entgegennahm. Der Bundessenior hob in seiner Ansprache mit Hinweis auf die beiden Ehrenmitglieder Austriae, Fürsterzbischof Dr. S. Waitz und nun Erzherzog Gottfried, sinnfällig die Verbundenheit der Landsmannschaften mit Thron und Altar hervor.

Das Arbeitsthema für das Sommersemester 1937 lautete "Österreich im Prisma der Idee". An drei Referatsabenden, die Biedrawa und Dr. Hermann Görgen gestalteten , wurde die österreichische Idee von ihrer geschichtlichen, dynastischen, soziologischen und kulturellen Seite beleuchtet. Eine Gedenkmesse am 1. April, Receptionskneipe für 9. April und ein Trauercommers anläßlich des 15. Todestages für Kaiser Karl am 11. April. Besonderes Augenmerk wurde in diesem Semester auf die Pflege der Bundesbrüderlichkeit.

Am 21. Juni 1937 unterzeichneten die Vertreter der KÖL Austria und jene der "wksdv Unitas-Juvavia ein Freundschaftsabkommen.

Zum Namensfest des Kaisers (2. Juli) hielt Biedrawa bei der Festversammlung im Kurhaus eine Rede "Wir jungen huldigen dem Kaiser!", die ein glühendes Bekenntnis zur sozialen Monarchie darstellte und deren Höhepunkt sich in einem Satze ausdrückt: "Wir wollen den Kaiser nicht nur, weil wir Österreich, sondern weil wir Europa wollen!".

Wiederum wurde in diesem Jahr die Ferienstimmung getrübt, denn am 26. Juli, einen Tag vor seinem 57. Geburtstag starb Philistersenior verschiedene Angelegenheiten zum weiteren Ausbau Austriae, den er sich in großzügiger Weise vorstellte. Anläßlich des Todestages der Kaiserin Elisabeth legten die Chargierten einen Kranz beim Denkmal der Kaiserin in Hellbrunn bei Salzburg nieder. Als Philistersenior folgte im Amte Prof. Max von Bosch. Mit 1.1. 1938 ging der Vorsitz im Bund der KÖL zum zweiten Mal an die KÖL Austria-Salzburg über.

In den ersten Wochen des Jahres 1938 stieg im Hotel Bristol der Commers zum 4. Stiftungsfest der KÖL Austria-Salzburg. An der Ehrentafel hatten Erzherzog Gottfried, Fürsterzbischof Dr. S. Waitz, General Demus-Morau, Baron Puthon, Oberstleutnant von Vogel u.a. Platz genommen. Nach dem Jahresbericht des Seniors ergriff Fürsterzbischof Dr. Waitz das Wort zum bedeutsamen Thema "Österreichs Tradition und Habsburg", die Festrede hielt Prof. Dr. Freiherr von Zessner -Spitzenberg über die Ideale der Landsmannschaft. Erzherzog Gottfried beglückwünschte die Landsmannschaften zu ihrem Stiftungsfeste, dankte der KÖL Austria für ihre Anhänglichkeit und forderte sie auf, an den hehren Wahlspruch "Für Gott, Kaiser und Vaterland!" wie bisher festzuhalten.

 

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Kapitel 8: Landsmannschaft Carolina

Den drei bereits bestehenden Landsmannschaften im akademischen Bund der KÖL wurde eine weitere hinzugefügt, die als Arbeitsgemeinschaft junger Menschen, die mit ganzem Idealismus beweisen will, daß die Heimat ihren Herrscher nicht vergessen hat. Als Tochterverbindung der KÖL Maximiliana hat sich am 30. April 1936 die KÖL CAROLINA mit Sitz in Wien konstituiert. Die Farben sind blau-schwarz-gold/grün, die Kappe ist weinrot und halbschlapp mit goldener Pise. Von Maximiliana wurden abgestellt: Hans Pittioni, Franz Effler und Willy Raab. Als Gründungssenior fungiert Richard Wolf, Markgraf Alexander Pallavicini ist als Gründer beigetreten. Die Bude befindet sich in der Werdertorgasse 9.

Die Stiftungsmesse, 7. Juni 1936, in der Kapuzinergruft ist dem Gedenken an Kaiser Karl I. gewidmet. Der zelebrierende Geistliche, Corporationsseelsorger Prof. Dr. Leopold Lentner, betont in seiner Ansprache, Carolina soll den Geist eines großen Toten lebendig weitertragen. Nach dem Gottesdienst legte der Senior, Richard Wolf, vor der Büste des Märtyrerkaisers einen Eichenkranz nieder.

Am Convent vom 17. September 1936 wird beschlossen, den Publikationscommers am 24. Oktober 1936 im Hotel "Österreichischer Hof" abzuhalten. Zur intensiven Pflege des Studentenliedes wurden eine Anzahl von Gesangsconventen angesetzt, zu denen die Einladung an alle Wiener Landsmannschaften erging. Durch ungünstige Umstände verzögert, konnte der Publikationscommers erst im Herbstsemester angesetzt werden. Alle Landsmannschaften entsandten dazu starke Abordnungen. Als Ehrengäste waren zugegen:

Erzherzog Gottfried, Baron Zessner-Spitzenberg, Ritter von Wiesner, Dr. Breitenfeld. Dem Bundessenior, Univ.-Dozent Dr. Plöchl wurde das Ehrenband verliehen als Zeichen der Verbundenheit zu den anderen, bereits bestehenden Landsmannschaften. Der Philistersenior Carolinae Markgraf Pallavicini betonte in seiner Rede, Caroline sei mit der besonderen Aufgabe betraut, das Andenken weiland Kaiser Karls zu wahren.

Die Receptionskneipe am 22. Jänner 1937 dokumentierte wie stark der innere Zusammenhang bereits geworden ist, trotzdem - hielt der Senior in seiner Ansprache fest - werden noch mindestens zwei Jahre vorübergehen, bevor die Tätigkeit innerhalb der Corporation auf ein Spezialgebiet gelenkt werden kann.

Anläßlich des 15. Todestages Kaiser Karls fand eine Weihestunde auf der Bude statt (31. März 1937). Am 1. April wurde eine Gedächtnismesse in der Kapuzinerkirche veranstaltet.

Carolina wagte das 1. Stiftungsfest 140 km von ihrem Sitz entfernt, in Seittenstetten, wo ein Teil der Füchse ihre Mittelschulausbildung absolvierten, am 2. Mai durchzuführen. Eine besondere Auszeichnungen war es, daß zwei ihrer ehemaligen Lehrer, P. Gottfried Weiland (Konviktsdirektor) und Dr. P. Friedrich Labenbacher das blau-schwarz-goldne Band annahmen. Nach einem Empfang bei Prälat Dr. Theodor Springer und einem Rundgang durch das Stift, stieg im nahen Gasthof Mauerlehner der Festkommers, zu dem sich zahlreiche Freunde und Förderer der Landsmannschaft einfanden, darunter auch eine Anzahl Altherren des CV.

 

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Kapitel 9: Der Bund katholisch-österreichischer Landsmannschaften

Mit der Gründung der KÖL Starhemberg im Juni 1933 war ein weiterer Schritt notwendig geworden, nämlich die Gründung eines Bundes der KÖL, ein Gedanke, der schon in den Tagen Josef Plöchls diskutiert wurde und von 1925 bis etwa 1927 schon zwischen Habsburg-Lothringen und der KÖL Tegetthoff eine Art Verwirklichung gefunden hatte. Dr. Willibald Plöchl wurde beauftragt, Statuten und Geschäftsordnung auszuarbeiten. Auf seinen Antrag hin wurde der Name "Österreichische Landsmannschaft - Akademischer Bund katholisch-österreichischer Landsmannschaften" gewählt.

Der Obertitel "Österreichische Landsmannschaft" geht noch auf Josef Plöchl´sche Konzept zurück. Maximilian und Starhemberg beschlossen, an einem besonderen Gedenktag österreichischer Geschichte, am 12. September 1933, dem 250. Jahrestag der Befreiung Wiens von der Türkengefahr, die Gründung des Bundes zu vollziehen. Zum ersten Bundessenior wurde Dr. Willibald Plöchl und zum Bundesconsenior Karl Plaschko gewählt. Bereits im Juni 1934 fanden sich die beiden Corporationen zur ersten außerordentlichen Bundestagung zusammen, an der Starhemberg den Vorsitz führte. Der Grund dafür war die neue Bundesverfassung, zu der die Landsmannschaften richtungsweisend für den gesamten politischen Legitimismus Stellung genommen hat.

Am 19. Und 20. Dezember trat die "Österreichische Landsmannschaft" zur 2. Ordentlichen Bundestagung zusammen, um Rechenschaft über die Tätigkeit des ersten Jahres zu geben. Exzellenz Wiesner, nun zum Phil-x der KÖL Starhemberg gewählt, führte den Vorsitz. Erstmals nahmen auch die Delegierten der soeben errichteten KÖL Austria-Salzburg an den Beratungen teil. Neben organisatorischem und beratenden Arbeiten war der Höhepunkt der Feier nach außen der Bundescommers vom 20. Dezember im Hotel Imperial, zu dem Feldmarschall Erzherzog Eugen, Erzherzog Anton und Erzherzogin Ileana erschienen.

1935 wurde die 3. Ordentliche Bundestagung erstmals außerhalb Wiens, nämlich in Salzburg unter dem Vorsitz der KÖL Austria vom 31. Oktober bis 3. November abgehalten. Otto von Habsburg-Lothringen bestimmte in einem Handschreiben vom 25. Oktober 1935 Fürsterzbischof Dr. Sigismund Waitz, den Protektor der KÖL Austria, zu seinem persönlichen Vertreter. Die Veranstaltungen leitete der Senior Austriae Rudolf Graf Trauttmannsdorff. Die Tagung wurde mit einem Festcommers eingeleitet. In der Begrüßungsansprache hielt Graf Trauttmannsdorff die Bedeutung der Auseinandersetzung mit den Problemen des Legitimismus fest, dessen Kerngedanken tief im katholischen Denken gerade an der Salzburger Alma mater verwurzelt sind. Ritter von Wiesner erläuterte in der Festrede die augenblickliche Stellung der legitimistischen Bewegung, verknüpft mit der jüngsten Entwicklung der außen- und innenpolitischen Ereignisse und er gab einen umfassenden Situationsbericht über den österreichischen Legitimismus. Nach dem feierlichen Pontifikalamt im Dom, zelebriert vom Fürsterzbischof, fand ein Empfang in der bischöflichen Residenz für die Vertreter der Landsmannschaften statt. Am 2. November wurde ein akademischer Festakt im Hotel Bristol gehalten, zu dem ein Allerhöchstes Handschreiben eintraf, in dem die Landsmannschaften beispielgebend für die katholische Studentenschaft angeführt werden, wie man katholische Überzeugung und Liebe zum eigene Volk mit Treue zum angestammten Herrscherhaus vereinen kann. Bundeskulturrat Dr. Hans Karl Freiherr Zessner von Spitzenberg hielt einen Vortrag über "Prinzipien des Legitimismus", dem sich das Referat "Soziale Monarchie" des Vizebürgermeisters von Wien Dr. Ernst Karl Winter anschloß. Die "Österreichischen Akademischen Blätter" verdanken dieser Salzburger Tagung ihre Gründung und sie waren bis zum Februar 1938 eine gewissenhafte Chronik der Landsmannschaften.

Um die Mitglieder der "Österreichischen Landsmannschaft" mit dem Gedankengut des Legitimismus vertraut zu machen, wurde ein Arbeitskreis eingerichtet, wo in Diskussionen und Vorträgen einem weiteren Kreis diese Erkenntnisse zugänglich wurden. Im WS 1935/36 führte die KÖL Starhemberg den Arbeitskreis "Die legitime Monarchie", in dem z.B. Baron Zessner-Spitzenberg den Vortrag "Wesen der Legitimität" gehalten hat.

In einem Schulungskurs vom 25. Jänner bis zum 1. Februar 1936, zu dem alle Aktiven verpflichtet waren, daran teilzunehmen und am Schluß eine Prüfung abzulegen hatten, vermittelten Ritter von Wiesner, Baron Zessner-Spitzenberg, Univ. Doz. Knoll, Prof. Lentner und Dr. Plöchl couleurstudentisches, religiöses und weltanschauliches Wissen.

Am 23. Jänner 1936 fand in den Sälen des Hotels Imperial der 2. Ball der Österreichischen Landsmannschaften statt, für den Erzherzog Anton und Erzherzogin Ileana den Ehrenschutz übernahmen. Es gelang den Wiener Landsmannschaften Maximiliana und Starhemberg, die für die Organisation verantwortlich zeichneten, wie bereits im Vorjahr, mit einem vornehmen, aber doch fröhlichen Fest das Wintersemester abzuschließen, das mit der Anwesenheit vieler Ehrengäste ausgezeichnet wurde.

Mit einer Massenkundgebung des "Eisernen Ringes" am Schwarzenbergplatz, 29. März 1936, wurde des Todestages Kaiser Karls gedacht. Starhemberg und Maximiliana zogen dazu mit Chargierten auf, auch Mitglieder des Corps Ottonen nahmen daran teil. Baron Werkmann hielt die Gedenkrede.

Am 5. April wurde von der Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Verbände im Eisernen Ring eine Jugendfeierstunde in der Volkshalle des Wiener Rathauses abgehalten, an der u.a. mitwirkten: Mittelschülerkartellverband, Nibelungia im CV, der Bund KÖL, der kath. Deutsche Studentenbund (KDSB) und der Verband legitimistischer Studenten. Divisionspfarrer Josef Seelos zeichnete in seiner Rede das Charakterbild Kaiser Karls, schilderte seinen vorbildlichen Familiensinn und seine Bemühungen um den Frieden.

Die Wiener Landsmannschaften Maximiliana, Starhemberg und Carolina veranstalteten am 30. Juni 1936 eine gemeinsame Schlußkneipe im Restaurant Mitzko (heute: Leupold´s Kupferdachl).

Die erste Chargenkonferenz der KÖL wurde am 14. Oktober 1936 in Wien abgehalten. Von 15. bis 21. November wurde in Wien die 4. Ordentliche Bundestagung einberufen, die mit der Feier zum 15. Stiftungstag Maximilianae eingeleitet wurde. An der Hl. Messe in der Kapuzinerkirche nahm auch die älteste Tochter Kaiser Karls, Erzherzogin Adelheid, teil. Den Abschluß bildete ein glanzvoller Bundescommers im Hotel Imperial am 20. November 1936, zu dem auch Nibelungia und die kath. Akademische Sängerschaft Waltharia Vertreter entsandten.

Der 3. Ball der Landsmannschaften fand am 8. Februar 1937 unter dem Protektorate Ihrer Hoheiten, Erzherzogin Ileana und Erzherzog Anton, in sämtlichen Sälen des Hotels Imperial statt, zu dem sich abermals eine lange Reihe an Ehrengästen einfand.

Am Bundesconvent vom 15. Februar 1937 wurde beschlossen, in Graz zum 300. Todestag Kaiser Ferdinands die KÖL FERDINANDEA zu gründen. Mit diesem Schritt wurde versucht, in der zweitgrößten Universitätsstadt Österreichs landsmannschaftliches Gedankengut zu verbreiten.

Die 5. Ordentliche Bundestagung der KÖL wurde vom 8. Bis um 10. Dezember 1937 in Wien durchgeführt. Den Vorsitz nahm die KÖL Starhemberg unter der Leitung des Phil-x Exzellenz Wiesner ein. KÖL Maximiliana, KÖL Carolina und KÖL Austria-Salzburg sandten ihre Vertreter, zum ersten Mal konnten im Bund Vertreter der in Graz gegründeten KÖL Ferdinandea in Farben begrüßt werden. Als besondere Punkte schienen im Bericht des Bundesseniors Dr. Plöchl das Abkommen mit dem CV und die Bemühungen, eine gemeinsame Front der legitimistischen Studentenverbände zu schaffen, auf. KÖL Carolina trat durch ihre erfolgreiche Werbeaktion den anderen Landsmannschaften beispielgebend voran. Erzherzog Anton erklärte sich bereit, am Bundescommers, 10. Dezember 1937, die Ehrenmitgliedschaft der KÖL Starhemberg aus der Hand des Seniors Hess entgegenzunehmen. Grußworte und Glückwünsche sprachen für den Verband legitimistischer Studenten A. Lovrek und der Senior des akademischen Corps Ottonen, Dkfm. W. Klein.

 

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Kapitel 10: Die Österreichische Akademie

In enger Zusammenarbeit der "Österreichischen Katholischen Liga" mit dem Bund KÖL wurde vom 19. bis 26. Juli 1936 in Salzburg eine "Österreichische Akademie" veranstaltet, die mit einer Reihe wissenschaftlicher Vorträge die österreichische Idee ergründen, vertiefen und fundieren will. Den Ehrenschutz über diese Veranstaltung hat Fürsterzbischof von Salzburg, Dr. Sigismund Waitz, übernommen. Von Steenockerzeel wünschte der Hohe Herr mit einem Handschreiben der Österreichischen Akademie vollsten Erfolg.

In dieser Woche wurden folgende Vorträge gehalten:

1) Rechtsphilosophische Reihe

"Rechtswissenschaftliche Grundlagen des österr. Staatsgedankens" Hochschul-Prof. Dr. H. K. Freiherr Zessner-Spitzenberg
"Der österreichische Staatsgedanke und der Nationalismus" Univ. Doz. Dr. W. Plöchl
"Die österreichische Staatsidee" Univ.-Prof. Dr. Ludwig Adamovic

 

2) Historische Reihe

"Die Reichsidee als Fundament des Abendlandes" Prof. Dr. Julius Wolf
"Die Entwicklung der Reichsidee und der österreichischen Staatsidee" Dr. Konrad Heilig, Graz
"Die Reichsidee und der österreichische Staatsgedanke von 1806 bis zur Gegenwart" Dr. Hermann M. Görgen, Salzburg
"Das Österreich des hl. Leopold" Dr. Wolfgang Pauker, Klosterneuburg

 

3) Kulturphilosophische Reihe

"Österreich und der italienische Kulturkreis" Univ.-Prof. Dr. D. v. Hildebrand
"Österreich und der französische Kulturkreis" Prof. Richter
"Österreich und der slawische Kulturkreis" Rektor C. F. Hrauda, Brighton
"Österreich und der ungarische Kulturkreis" Dr. Tewrewk-Palaghy, Budapest
"Das Abendlied und die Erneuerung des Geistes" Dr. Balduin Schwarz, Freiburg/CH
"Musik als Ausdruck österreichischer Kultur in Geschichte und Gegenwart" Prof. Dr. Egon Wellesz
"Der österreichische Staatsgedanke in den Dramen Grillparzers" J. A. Lux.

 

Publikationen zu den in den Vorträgen behandelten Themen wurden in einer Buchbestellung präsentiert.

Es zeigte sich, daß die Idee dieser Vortragsreihe einem weit verbreiteten und tief empfundenen Bedürfnis entsprach und daß das Interesse an der "österreichischen Idee" lebendig geblieben ist und zu neuem Leben drängt.

Da die Veranstaltung als Versuch geplant war, hatte man etwa mit 100 Teilnehmern gerechnet, doch 400 sind dann tatsächlich erschienen! Fürsterzbischof Dr. Waitz drückte dem Streben der Österreichischen Akademie, klärend für die Idee Österreichs zu wirken, seine Anerkennung aus. Als Ehrengäste haben an der Akademie die Erzherzoge Gottfried und Joseph Ferdinand teilgenommen, ebenso am Festcommers, der am 23. Juli 1936 den gesellschaftlichen Höhepunkt bildete.

Die zweite Österreichische Akademie fand vom 18. März bis zum 20. März 1937 statt und behandelte aktuelle soziale Probleme. Als Tagungsort wurden die Redoutensäle in der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz gewählt, den Ehrenschutz übernahm diesmal Bischof Dr. Johannes Maria Gföller. Erzherzog Gottfried, die Äbte von Kremsmünster, Lambach und Wilhering, Landeshauptmann Dr. Gleissner und der Bürgermeister von Linz, Dr. Bock, waren als Ehrengäste erschienen. Das Rahmenthema lautete "Die soziale Erneuerung", zu dem bekannte Professoren vortrugen.

"Sozial-Philosophische Grundlagen" Dr. Josef Grosam
"Entproletarisierung" Dr. F. Graf Degenfeld
"Wirtschaftspolitische Aufgaben des neuen Staates" Bundeminister a.D. Dr. Josef Dobretsberger
"Demokratischer, autoritärer und totaler Staat" Dr. Erich Hula
"Berufsständische Ordnung" Dr. Johannes Messner
"Staatsrechtliche Probleme der Gegenwart" Staatsrat Dr. Ludwig v. Adamovich.

Die 3. Österreichische Akademie wurde vom 26. Juli 1937 bis 1. August 1937 in Salzburg gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft abgehalten. Die Vorlesungen "Rom und Orient" waren in drei große Gruppen eingeteilt:

1) Ost- und Westkirche in der Theologie, Liturgie und Philosophie

"Universalismus des Reiches Christi" Dr. P. Thomas Michels OSB, Salzburg,
"Theologie, Philosophie und Mystik der Ostkirche" Dr. P.B. Schultze SJ, Rom
"Die Geistesgeschichte Osteuropas" Dr. Zaloziecky, Lemberg

2) Liturgisch-musikwissenschaftliche Reihe

"Die Musik der Ostkirche und der gregorianische Choral" Dr. Egon Wellesz
"Die Formen des Chorals" DDr. P. Ehrhard Drinkwelder OSB, Salzburg
"Die Schule des Solesmes" Dr. Franz Kosch
"Schönheiten des ambrosianischen Gesanges" Dom Gregorio Sunol, Mailand
"Geschichte und Sinn der armenischen Liturgie" Dr. P. Vahan Inglisian, Wien

3) Historische Reihe

"Die hl. Cyrill und Method als Verkünder der christlichen Einheit" Prälat Dr. Franz Grivec, Laibach
"Österreich und die kirchliche Union" Dr. K.J. Heilig
"Kämpfe um die Unionsidee am Florentiner Konzil" Dr. W. Plöchl
"Lebensbild des hl. Josaphat" P. Dr. Haluszynskyj

Die Autoren danken allen Bundesbrüdern, die mitgeholfen haben, diese Arbeit zu realisieren, durch Mitteilungen und Überlassung von Material zur Auswertung, besonderer Dank ergeht an Dr. Erich Thanner für seine zehlreichen Anregungen sowie an Herrn Ludwig Krausz-Wienner und Herrn Hugo Otto Kosch, der das Gründungsprotokoll der Habsburg-Lothringen zur Verfügung stellte.

Die Verfasser:

Dipl. Ing. Karl PLASCHKO

Geb. 1904, Studium der technischen Chemie in Wien von 1922 bis 1927;
zuletzt Leiter des Labors der Fa. W. Koreska;
Mitgliedschaften: KÖL: Maximiliana, Starhemberg, Austria-Salzburg, Carolina, Theresiana;
MKV: Thuiskonia, Tegetthoff;
Gründungssenior Maximilianae, langjähriger Bundessenior, Bundesehrensenior und Träger des Bundes-Ehrenbandes.
Anschrift: Wilheminenstr. 112/9, A-1160 Wien

Ing. Gottfried WIRTH

Geb. 1949, Nachrichtentechniker;
Mitgliedschaften: Manessia Turicensis Zürich;
KÖL: Carolina, Josephina;
Referent des Bundes KÖL für Mittelschulangelegenheiten.
Anschrift: Lerchengasse 26A/8, A-2340 Mödling

 

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Quellenverzeichnis

1) Ernst Joseph Görlich, Grundzüge der Geschichte der Habsburgermonarchie und Österreichs (Darmstadt, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, 1970).

2) Heinrich Benedikt (Hg.), Geschichte der Republik Österreichs (Wien, Verlag für Geschichte und Politik, 1954).

3) Gordon Brook-Shepherd, Karl I. des reiches letzter Kaiser (Molden-Taschenbuchverlag, Bd. 25, Wien 1976).

4) Gerhard Hartmann (Hg.), Der CV in Österreich. Seine Entstehung, seine Geschichte, seine Bedeutung (Wien, 1977)

5) Walter Rabe, Die Wiener kaisertreuen Corps der Ersten Republik (Wien, 1976) bzw. Österreichs kaisertreue Corps der Ersten Republik, Jahrbuch "Einst und Jetzt", Bd. 23 (1978).

6) 110 Jahre CV - 90 Jahre Austria Wien, Festschrift zum 90. Stiftungsfest der KöStVAustria-Wien (1966).

7) Hubert Adolph-Paburg, Austria-Archiv 1976.

8) Gerhard W. Schwach, Kleine Geschichte der KöStV Rudolfina (Wien, 1965).

9) Österreichische Akademische Blätter, Monatsschrift herausgegeben vom Bund k.ö. Landsmannschaften, November 1935 bis Februar 1938.

10) Gedächtnis-Jahrbich 1936. Dem Andenken an Karl von Österreich, Kaiser und König, herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft österreichischer Vereine.

11) Mitteilungen des Herrn Hugo Otto Kosch, Wien (KÖL Maximiliana, Starhemberg) Mitteilungen des Herrn Ludwig Krausz-Wienner, Wien (Corps Ottonen) Mitteilungen des Herrn Univ.Prof. Dr. Willibald Plöchl, Wien (KÖL Maximiliana, Starhemberg, Austria-Salzburg, Carolina) Mitteilungen des Herrn Dr. Rudolf Rieger, Wien (KÖL Maximiliana) Mitteilungen des Herrn Dr. Erich Thanner, Wien (KÖL Starhemberg, Maximiliana, Carolina, Saxo-Meiningia, Theresiana)

[Layout  und nachträgliche Kapitelnummerierung: Ing. Arno Tippow M.A.]


Die Geschichte der Katholisch-Österreichischen Landsmannschaften ist mit dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht nach Österreich (Unternehmen "Otto") nicht zu Ende. Wenn auch alle Verbindungen aufgelöst werden mußten, ja der Name Österreich ausgelöscht wurde, so standen alle Bundesbrüder dennoch zu den Prinzipien und hielten sie auch in der Zeit des National-Sozialismus hoch. Viele unserer Bundesbrüder mußten dafür berufliche Einbußen hinnehmen oder gar mit dem Leben bezahlen. Fortsetzung folgt.