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Historie des Bundes

 

 

Kapitel 10: Die Österreichische Akademie

In enger Zusammenarbeit der "Österreichischen Katholischen Liga" mit dem Bund KÖL wurde vom 19. bis 26. Juli 1936 in Salzburg eine "Österreichische Akademie" veranstaltet, die mit einer Reihe wissenschaftlicher Vorträge die österreichische Idee ergründen, vertiefen und fundieren will. Den Ehrenschutz über diese Veranstaltung hat Fürsterzbischof von Salzburg, Dr. Sigismund Waitz, übernommen. Von Steenockerzeel wünschte der Hohe Herr mit einem Handschreiben der Österreichischen Akademie vollsten Erfolg.

In dieser Woche wurden folgende Vorträge gehalten:

1) Rechtsphilosophische Reihe

"Rechtswissenschaftliche Grundlagen des österr. Staatsgedankens" Hochschul-Prof. Dr. H. K. Freiherr Zessner-Spitzenberg
"Der österreichische Staatsgedanke und der Nationalismus" Univ. Doz. Dr. W. Plöchl
"Die österreichische Staatsidee" Univ.-Prof. Dr. Ludwig Adamovic

 

2) Historische Reihe

"Die Reichsidee als Fundament des Abendlandes" Prof. Dr. Julius Wolf
"Die Entwicklung der Reichsidee und der österreichischen Staatsidee" Dr. Konrad Heilig, Graz
"Die Reichsidee und der österreichische Staatsgedanke von 1806 bis zur Gegenwart" Dr. Hermann M. Görgen, Salzburg
"Das Österreich des hl. Leopold" Dr. Wolfgang Pauker, Klosterneuburg

 

3) Kulturphilosophische Reihe

"Österreich und der italienische Kulturkreis" Univ.-Prof. Dr. D. v. Hildebrand
"Österreich und der französische Kulturkreis" Prof. Richter
"Österreich und der slawische Kulturkreis" Rektor C. F. Hrauda, Brighton
"Österreich und der ungarische Kulturkreis" Dr. Tewrewk-Palaghy, Budapest
"Das Abendlied und die Erneuerung des Geistes" Dr. Balduin Schwarz, Freiburg/CH
"Musik als Ausdruck österreichischer Kultur in Geschichte und Gegenwart" Prof. Dr. Egon Wellesz
"Der österreichische Staatsgedanke in den Dramen Grillparzers" J. A. Lux.

 

Publikationen zu den in den Vorträgen behandelten Themen wurden in einer Buchbestellung präsentiert.

Es zeigte sich, daß die Idee dieser Vortragsreihe einem weit verbreiteten und tief empfundenen Bedürfnis entsprach und daß das Interesse an der "österreichischen Idee" lebendig geblieben ist und zu neuem Leben drängt.

Da die Veranstaltung als Versuch geplant war, hatte man etwa mit 100 Teilnehmern gerechnet, doch 400 sind dann tatsächlich erschienen! Fürsterzbischof Dr. Waitz drückte dem Streben der Österreichischen Akademie, klärend für die Idee Österreichs zu wirken, seine Anerkennung aus. Als Ehrengäste haben an der Akademie die Erzherzoge Gottfried und Joseph Ferdinand teilgenommen, ebenso am Festcommers, der am 23. Juli 1936 den gesellschaftlichen Höhepunkt bildete.

Die zweite Österreichische Akademie fand vom 18. März bis zum 20. März 1937 statt und behandelte aktuelle soziale Probleme. Als Tagungsort wurden die Redoutensäle in der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz gewählt, den Ehrenschutz übernahm diesmal Bischof Dr. Johannes Maria Gföller. Erzherzog Gottfried, die Äbte von Kremsmünster, Lambach und Wilhering, Landeshauptmann Dr. Gleissner und der Bürgermeister von Linz, Dr. Bock, waren als Ehrengäste erschienen. Das Rahmenthema lautete "Die soziale Erneuerung", zu dem bekannte Professoren vortrugen.

"Sozial-Philosophische Grundlagen" Dr. Josef Grosam
"Entproletarisierung" Dr. F. Graf Degenfeld
"Wirtschaftspolitische Aufgaben des neuen Staates" Bundeminister a.D. Dr. Josef Dobretsberger
"Demokratischer, autoritärer und totaler Staat" Dr. Erich Hula
"Berufsständische Ordnung" Dr. Johannes Messner
"Staatsrechtliche Probleme der Gegenwart" Staatsrat Dr. Ludwig v. Adamovich.

Die 3. Österreichische Akademie wurde vom 26. Juli 1937 bis 1. August 1937 in Salzburg gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft abgehalten. Die Vorlesungen "Rom und Orient" waren in drei große Gruppen eingeteilt:

1) Ost- und Westkirche in der Theologie, Liturgie und Philosophie

"Universalismus des Reiches Christi" Dr. P. Thomas Michels OSB, Salzburg,
"Theologie, Philosophie und Mystik der Ostkirche" Dr. P.B. Schultze SJ, Rom
"Die Geistesgeschichte Osteuropas" Dr. Zaloziecky, Lemberg

2) Liturgisch-musikwissenschaftliche Reihe

"Die Musik der Ostkirche und der gregorianische Choral" Dr. Egon Wellesz
"Die Formen des Chorals" DDr. P. Ehrhard Drinkwelder OSB, Salzburg
"Die Schule des Solesmes" Dr. Franz Kosch
"Schönheiten des ambrosianischen Gesanges" Dom Gregorio Sunol, Mailand
"Geschichte und Sinn der armenischen Liturgie" Dr. P. Vahan Inglisian, Wien

3) Historische Reihe

"Die hl. Cyrill und Method als Verkünder der christlichen Einheit" Prälat Dr. Franz Grivec, Laibach
"Österreich und die kirchliche Union" Dr. K.J. Heilig
"Kämpfe um die Unionsidee am Florentiner Konzil" Dr. W. Plöchl
"Lebensbild des hl. Josaphat" P. Dr. Haluszynskyj

Die Autoren danken allen Bundesbrüdern, die mitgeholfen haben, diese Arbeit zu realisieren, durch Mitteilungen und Überlassung von Material zur Auswertung, besonderer Dank ergeht an Dr. Erich Thanner für seine zehlreichen Anregungen sowie an Herrn Ludwig Krausz-Wienner und Herrn Hugo Otto Kosch, der das Gründungsprotokoll der Habsburg-Lothringen zur Verfügung stellte.

Die Verfasser:

Dipl. Ing. Karl PLASCHKO

Geb. 1904, Studium der technischen Chemie in Wien von 1922 bis 1927;
zuletzt Leiter des Labors der Fa. W. Koreska;
Mitgliedschaften: KÖL: Maximiliana, Starhemberg, Austria-Salzburg, Carolina, Theresiana;
MKV: Thuiskonia, Tegetthoff;
Gründungssenior Maximilianae, langjähriger Bundessenior, Bundesehrensenior und Träger des Bundes-Ehrenbandes.
Anschrift: Wilheminenstr. 112/9, A-1160 Wien

Ing. Gottfried WIRTH

Geb. 1949, Nachrichtentechniker;
Mitgliedschaften: Manessia Turicensis Zürich;
KÖL: Carolina, Josephina;
Referent des Bundes KÖL für Mittelschulangelegenheiten.
Anschrift: Lerchengasse 26A/8, A-2340 Mödling

 

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